27. - 30. März 2025 Leipziger Buchmesse

Zukunft Denken-Können

Für ein offenes Belarus

12:00 - 13:00 Uhr Sa. 23. März
Veranstalter: S. Fischer Stiftung und Auswärtiges Amt

Kurzbeschreibung

Wie lässt sich angesichts der multiplen Krisen der Gegenwart, die uns aufwühlen und lähmen, noch über Zukunft nachdenken? Welche Inspiration und Ermutigung können wir aus dem Kampf für Demokratie in Europas Osten schöpfen? Darüber diskutieren die belarusische Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch, die belarusische Künstlerin und zivilgesellschaftliche Aktivistin Marina Naprushkina, die belarusische Philosophin Olga Shparaga und Robin Wagener, Koordinator der Bundesregierung für die zwischengesellschaftliche Zusammenarbeit mit dem südlichen Kaukasus, der Republik Moldau sowie Zentralasien (KO- SMZ) und zentraler Ansprechpartner für die belarusische und russische Zivilgesellschaft im Exil.
Das Panel erörtert die schwierige, aber wichtige Suche nach Zukunftsperspektiven im Kontext von immensen Herausforderungen, denen sich die belarusische Zivilgesellschaft stellt.
Belarus ist aus dem Fokus der öffentlichen Diskussion und Wahrnehmung fast völlig verschwunden. Dabei radikalisiert sich dort ein Regime, das bis heute mit aller Brutalität gegen die eigene Bevölkerung vorgeht. Opposition und Widerstand im Land selbst sind nicht mehr möglich. Im Exil dagegen lebt das Erbe der Proteste von 2020 in neuen politischen, zivilgesellschaftlichen und kulturellen Strukturen weiter. Die Arbeit dieser Initiativen ist somit auch eine Investition in die Zukunft eines offenen Belarus sowie in die belarusisch-deutschen und belarusisch-europäischen Beziehungen.
Moderiert wird die Diskussion vom Journalisten und Belarus-Experten Ingo Petz.

Gefördert vom Auswärtigen Amt. Mit freundlicher Unterstützung der S. Fischer Stiftung.

Beschreibung

Wie lässt sich angesichts der multiplen Krisen der Gegenwart, die uns aufwühlen und lähmen, noch über Zukunft nachdenken? Welche Inspiration und Ermutigung können wir aus dem Kampf für Demokratie in Europas Ostenschöpfen? Darüber diskutieren die belarusische Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch, die belarusische Künstlerin und zivilgesellschaftliche Aktivistin Marina Naprushkina, die belarusische Philosophin Olga Shparaga sowie Robin Wagener, Koordinator der Bundesregierung für die zwischengesellschaftliche Zusammenarbeit mit dem südlichen Kaukasus, der Republik Moldau sowie Zentralasien (KO- SMZ) und zentraler Ansprechpartner für die belarusische und russische Zivilgesellschaft im Exil. Moderiert wird die Diskussion vom Journalisten und Belarus-Experten Ingo Petz.

Swetlana Alexijewitsch, berühmt für ihre polyphonisch angelegte Dokumentarprosa, arbeitet derzeit an einem umfangreichen Manuskript, in dem sie die existenzielle Dimension einer erschreckenden, fortschreitenden Verrohung ergründet. Anhand von Zeugenaussagen seziert sie Mechanismen der Gewalt, die bei so unterschiedlichen und dennoch miteinander verbundenen, alle Sicherheit und Gewissheit zerstörenden Ereignissen mitam Werk sind wie den brutalen politischen Repressionen in Belarus und dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine.

Die in Berlin lebende belarusische Künstlerin und zivilgesellschaftliche Aktivistin Marina Naprushkina wandelt das Gefühlder Aussichtslosigkeit in sein Gegenteil um. Bewusst behauptet sie in ihrer Videoarbeit Zukunft für alle eine positive, utopische Vision: „Zukunft gibt es: unbegrenzt, strahlend, froh, erfolgreich, progressiv, kreativ, für alle, sie kommt bald”.

Kunst hat kreatives Potential, sowohl durch Reflexion als auch durch Fiktion. Dabei schließen sich diese beiden künstlerischen Grundinstrumente keineswegs aus. Fiktion ist ohne Reflexion genauso undenkbar, wie Vision ohne Geschichtsbewusstsein und Planung ohne Analyse. So kann Kunst als Mutmacherin und ein Modell gestalterischer Einflussnahme dienen, die auch für das zivilgesellschaftliche und politische Handeln basal sind.

Olga Shparaga, belarusische Philosophin und akademische Leiterin der Arbeitsgruppe Internationales Bildungsbüro für das Neue Belarus, erforscht derzeit Fürsorgepraktiken, die von zivilgesellschaftlichen Aktivist*innen seit der gewaltsamen Zerschlagung der Massenproteste in Belarus 2020 entwickelt wurden. Spannend ist Shparagas Perspektive darauf, wie solche Fürsorgepraktiken politisches Handeln bereichern und zum Entwerfen einer demokratischen Zukunft für Belarus beitragen können.

Zusammen mit Robin Wagener, der für Bündnis 90/Die Grünen auch Mitglied des Deutschen Bundestages ist und dort eine Freundschaftsgruppe mit dem demokratischen Belarus (mit-)initiiert hat, erörtert das Panel die schwierige, aber wichtige Suche nach Zukunftsperspektiven im Kontext von immensen Herausforderungen, denen sich die belarusische Zivilgesellschaft stellt.
Belarus ist aus dem Fokus der öffentlichen Diskussion und Wahrnehmung fast völlig verschwunden. Dabei radikalisiert sich dort ein Regime, das bis heute mit aller Brutalität gegen die eigene Bevölkerung vorgeht.

Zehntausende wurden Opfer von Repressionen, Hunderttausende haben das Land verlassen. Opposition und Widerstand im Land selbst sind nicht mehr möglich. Im Exil dagegen lebt das Erbe der Proteste von 2020 weiter – in neuen politischen, zivilgesellschaftlichen und kulturellen Strukturen, die helfen, dass die Opfer politischer Verfolgung, die belarusischen Freiwilligen, die auf der Seite der Ukraine kämpfen, und das Thema Belarus insgesamt nicht vergessen werden. Die Arbeit dieser Initiativen ist somit auch eine Investition in die Zukunft eines offenen Belarus sowie in die belarusisch-deutschen und belarusisch-europäischen Beziehungen.

Die Diskussion moderiert Ingo Petz, Journalist, Publizist und einer der profiliertesten Belarus-Experten, der unter anderem den Belarus-Schwerpunkt beim Online-Magazin dekoder betreut.
Die Veranstaltung wird konsekutiv gedolmetscht.
Gefördert vom Auswärtigen Amt. Mit freundlicher Unterstützung der S. Fischer Stiftung.


Moderation

Mitwirkende

Informationen zum Programm

Veranstaltungsort

Café Europa  (Halle 4, Stand E401/E403)