Ein literarischer Abend zwischen Stadt und Land, Erinnerung, Imagination und poetischer Fantasie.
Beschreibung
Der Verlagsabend des Allee Verlages versammelt drei außergewöhnliche Stimmen der europäischen Gegenwartsliteratur – Michal Ajvaz, Mattias Timander und Lukáš Cabala – zu einem Abend voller literarischer Entdeckungen, feiner Beobachtungen und überraschender Wendungen. Vorgestellt werden Ajvaz’ neuestes Buch Passagen unter Glas, Timanders Dein Wille wohnt in den Wäldern und Cabalas Roman Denkst du noch an Trenčín?
Michal Ajvaz (Tschechien), bekannt für seine surreal-phantastischen Prosa, entführt die Zuhörer:innen in Welten, in denen Realität und Traum, Geschichte und Imagination fließend ineinander übergehen. Seine Texte bewegen sich zwischen scharfem philosophischem Nachdenken und verspielter Bildkraft, zwischen der Poesie der kleinen Details und der Weite großer literarischer Visionen. Wer seine Geschichten liest, wird in eine Welt hineingezogen, in der Gebäude, Plätze und Landschaften mehr als bloße Kulisse sind: Sie sind Spiegel menschlicher Erinnerung, Sehnsucht und Fantasie.
Mattias Timander (Schweden) bringt einen eigenen Ton in den Abend: leise, präzise und eindringlich. In seinem Debütroman Dein Wille wohnt in den Wäldern lebt ein junger Mann in einem abgelegenen nordschwedischen Dorf, entdeckt durch die Literatur neue Welten und wird in die Stadt gespült, wo er Antworten sucht und das pulsierende Leben der literarischen Bohème erkundet. Timanders feinsinnige Beobachtung, leise Selbstironie und Verbindung von Realität und Imagination machen seinen Roman wie auch die Lesung zu einem poetischen Erlebnis.
Lukáš Cabala (Slowakei), dessen Roman Denkst du noch an Trenčín? jüngst auch auf Deutsch erschien, ergänzt das Programm mit einer Liebeserklärung an Orte, Menschen und Erinnerungen seiner Heimatstadt. In seinen Geschichten verschmelzen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft, und seine Figuren streifen durch Straßen, Plätze und verborgene Winkel, in denen sich Realität und Imagination überschneiden. Cabala schafft eine Atmosphäre, in der Wetter, Architektur und Farben der Stadt die Handlung selbst prägen, und seine Texte verbinden leisen Humor mit surrealen Momenten.
Der Verlagsabend versteht sich als Begegnung dieser unterschiedlichen literarischen Stimmen. Es ist ein Abend der Kontraste und Harmonien zugleich: Surrealistische Bildkraft trifft auf feine Reflexion, große literarische Visionen verschränken sich mit intimen Momenten, und die poetische Fantasie der Autor:innen öffnet Türen zu Welten, die zwischen Traum und Wirklichkeit oszillieren. Dabei entsteht ein lebendiges Spannungsfeld, das die Zuhörer:innen in den Bann zieht, zum Nachdenken anregt und zugleich die Lust am literarischen Spiel weckt.
Ob man die Orte ihrer Geschichten kennt oder sie erstmals entdeckt: Der Abend lädt dazu ein, in die literarischen Landschaften einzutauchen, die die Autor:innen mit feinem Gespür für Details, traumhafte Perspektiven und poetische Fantasie erschaffen. Zwischen Stadt und Land, Erinnerung und Imagination entsteht so ein literarisches Erlebnis, das gleichermaßen unterhält, berührt und nachklingen lässt.