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Gelbe Gedichte & Gedichte vom blauen Jungen

Messegelände
14:00 - 14:30 Uhr Sa. 21. März
Veranstalter: Ministry of Culture Ministerium für Kultur der Republik Bulgarien , TRADUKI

Kurzbeschreibung

Poetry of Colors – Two Poets of Misadaptation from Bulgaria: Maria Virchov and Alexander Vutimski

Beschreibung

Gelbe Gedichte I Maria Virchov
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Zweisprachige Poesie
Maria Virchovs Gelb hat einen dunklen Ton. Glanz und Geifer, Edles und Ekles fließen ineinander. Aber bei aller Weltverachtung, Todessehnsucht und auch Derbheit ist diese Poesie von einer großen Liebe getragen, die allen Kreaturen und der Erde Gutes will.
Bulgarisch-russischsprachig aufgewachsen, mit ukrainischkasachischen Wurzeln, mischen sich schon in Maria Virchovs Biografie (1969-2011) die Sprachtöne und Traditionen, gehen Neoavantgarde und Postmoderne eine seltene Symbiose ein.
Ich bin die Königin des eitlen Nichts
des gelben Schaums des grauen Regens
Ich trage einen leuchtenden Mantel aus Froschaugen
und wiege darin in den Schlaf mein leiblich Fleisch
Mein leuchtendes Fleisch
“Wichtig für dieses Buch scheint mir auch zu sein, dass es weder ganz in die bulgarische noch ganz in die russische Tradition eingeordnet werden kann. Vielmehr blicken Maria Virchovs Gedichte durch die ‘gläserne Luke‘ der Beat-Poetry ... Und das Gelb in ihren Gelben Gedichten ist auch die Farbe des Yellow Submarine.“ Georgi Gospodinov

Aleksandăr Vutimski (1919–1943) ist ein leuchtender Solitär in Bulgariens Literatur vor 1944. Frühvollendeter Kopf einer jungen Sofioter Dichterboheme, trunken vor Inspiration und billigem Wein, permanent unter dem Existenzminimum, ohne festen Wohnsitz, pendelnd zwischen Kneipe und Klinik, Straße, Park und Absteigen. Er, der mit zehn Jahren fast seine gesamte Familie durch Tbc verloren hatte, war von 1938 an selbst daran erkrankt, schrieb seinem frühen Tod entgegen wie manche seiner Nachfolger in Zeiten von HIV/Aids.

Gedichte vom blauen Jungen
Lyrik und Prosa. Bulgarisch / deutsch
Die bulgarische Literatur ist im Ausland noch immer weitgehend eine Terra Incognita, umso notwendiger und verlockender der Blick auf einen ihrer schillerndsten Vertreter: Aleksandăr Vutimski wäre längst als einer der bedeutenden europäischen Dichter der Moderne bekannt, wenn er nicht auf Bulgarisch geschrieben hätte. Doch selbst in einer Heimat stand seinem Ruhm etwas entgegen.

Er wagte, wie anderswo seine berühmten Zeitgenossen Lorca und Kavafis, einzufordern und einzulösen, daß über homosexuelle Liebe zu schrieben sei, und zog hierfür alle lyrischen Register. Auch politisch nahm er es in Kauf, Anstoß zu erregen: so im Gedicht »Raubtier Europa«, in dem er sich gegen Hitler stellt – »Ein Führer, furchtbar häßlich und fanatisch, / schmiert breit sein Hakenkreuz von Pol zu Pol …« –, doch ebenso die Flugblattparolen seiner linken Dichterfreunde schmäht.

Im Leben und im Schreiben bewegte sich Vutimski in der großen europäischen Tradition der poètes maudits; zu seinen Lebzeiten nie als Buch erschienen, lese sich manche seiner Texte wie ein bulgarisches Pendant zu Rimbaud, Vian und Cocteau. Sein Werk erscheint dabei als eine authentische Autopsychographie: Während Vutimski für die Welt um sich kunstvolle Metaphern findet, spiegelt das Werk seine persönliche Lage in exzessiver Offenheit. In seinem Essay ist der Übersetzer und Herausgeber Andreas Tretner diesem bewegten Spannungsverhältnis auf der Spur.

Weitere Eintrittsinformationen

ab 18 Jahren

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Moderation

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Informationen zum Programm

Veranstaltungsort

Café Europa  (Halle 4, E401)