Von Frankreich über Rumänien bis zu den USA: internationale Stimmen in Leipzig
Wenn die LBM und Leipzig liest vom 19. bis 22. März die Türen zu seinen zahlreichen verschiedenen Bühnen öffnen, ist die Welt zu Gast. Autor:innen aus vielen Teilen Europas sowie den USA stellen ihre neuen Romane vor und erzählen Geschichten über Liebe und Macht, Erinnerung und Identität, politische Umbrüche und private Entscheidungen. Ihre Bücher führen die Leser:innen nach Paris und London, in die rumänischen Karpaten, nach Moskau oder in die gesellschaftlichen Salons vergangener Jahrhunderte – und spiegeln zugleich die Konflikte der Gegenwart.
Mit dabei ist Julia Quinn aus den USA. Ihre „Bridgerton“-Reihe hat ein Millionenpublikum erreicht; mit der Deluxe Collector's Edition von „Bridgerton: When He Was Wicked” (HarperCollins, 03.03.26) entführt sie ihre Fans wieder in jene Welt aus Intrigen, Konventionen und leidenschaftlichen Gefühlen, die historische Romantik auf sehr unterhaltsame Weise mit moderner Erzählhaltung verbindet.
Aus Rumänien reist Gabriela Adamesteanu an und bringt ihr neues Buch „Stimmen auf Abstand“ (Ü: Jan Koneffke, Wallstein, 04.03.26) mit. In einer Kleinstadt der rumänischen Karpaten erinnert sich die Protagonistin, eine pensionierte Ärztin namens Anda Movila, an ihr Leben mit zwei Ehemännern – der eine starb gewaltsam bei der Revolution von 1989, der andere an einer Krankheit. Mit diesem Roman kreiert Adamesteanu ein vielschichtiges Panorama der rumänischen Gesellschaft, geprägt von Emigration, Einsamkeit und den Nachwirkungen der Ceaușescu-Ära.
Der russische Schriftsteller Viktor Jerofejew bringt mit „Die neue Barbarei“ (Ü: Beate Rausch, Matthes & Seitz, 18.03.26) eine streitbare Analyse unserer Zeit mit nach Leipzig – sein bisher radikalstes Buch. Mit seiner alchemistischen Mischung aus Autobiografie, Essay und Allegorie zeichnet Jerofejew das grell schillernde Panorama eines Landes, das an seiner eigenen Mythenlust zerbricht – eine tragikomische Liebeserklärung an ein Russland, das sich selbst verloren hat.
Mit ihrem Roman „Tanzende Frau, blauer Hahn“ (Penguin, 11.03.26) verbindet die schweizerisch-rumänische Schriftstellerin Dana Grigorcea fantasievoll Mythen, Kunst und Gegenwartserzählung und erschafft ein Kaleidoskop an Liebesgeschichten – das ebenfalls in den rumänischen Karpaten spielt sowie auf einer Lesereise durch Deutschland. In atmosphärischen Bildern entstehen hier Räume, in denen Geschichte, Fantasie und Realität ineinandergreifen.
Die französisch-marokkanische Leïla Slimani schließt mit „Trag das Feuer weiter“ (Luchterhand, 14.01.26) ihre Romantrilogie um drei Generationen einer Familie ab, die Züge von Slimanis eigener Familiengeschichte trägt. Schauplätze sind Frankreich, das Elsass und Marokko zur Zeit des endenden Zweiten Weltkriegs sowie die 1968er-Jahre in Paris und die 1980er- und 1990er-Jahre in der marokkanischen Hauptstadt Rabat.
Gemeinsam lassen internationale Stimmen wie diese die Buchmesse und Europas größtes Lesefest Leipzig liest zum breiten Resonanzraum für Geschichten aus unterschiedlichen Kulturen und für Debatten werden, die nicht vor Ländergrenzen Halt machen. Sie verhandeln familiäre Geheimnisse ebenso wie globale Machtfragen und analysieren persönliche Sehnsüchte genauso wie politische Spannungen.