19.02.2026 Leipziger Buchmesse

Düstere Geheimnisse, moralische Abgründe, Klimakrisen und schwarzer Humor

Die neuen Krimis und Thriller führen von den Trümmern des Berliner Hungerwinters über tropische Inseln bis in abgelegene Feuerwachtürme und kulinarische Tatorte. Ob historischer Ermittlungsfall, True-Crime-Rekonstruktion oder hochaktueller Öko-Thriller – die Krimi- und Thriller-Autor:innen, die sich für die Buchmesse und Leipzig liest angemeldet haben, verbinden Spannung mit gesellschaftlichen Themen wie Schuld, Gier, Macht und Klimakrise und zeigen, wie vielschichtig das Genre derzeit erzählen kann.

Anne Stern ist vielen Leser:innen aufgrund ihrer Hebammen-Reihe „Fräulein Gold“ und „Die Frauen vom Karlsplatz“ ein Begriff. Mit „Die weiße Nacht“ (Piper, 02.01.26) hat sie ihren ersten historischen Kriminalroman geschrieben (Piper, 02.01.26). Das Buch spielt im Berliner Hungerwinter 1946/47, beleuchtet präzise Nachkriegsnot, Schuld und Sichtbarkeit in einer zerstörten Stadt und erzählt die Geschichte eines Kommissars und einer Fotografin, die gemeinsam eine Mordserie aufdecken.

Der erfahrene deutsche Thriller-Autor Daniel Faßbender hebt mit „Heaven‘s Gate“ (Diogenes, 25.02.26) einen Privatdetektiv namens Caruso aus der Taufe, einen ehemaligen Profisurfer, der auf der philippinischen Insel Surigao den verschwundenen Sohn einer Spanierin finden soll. Das Paradies für Wellenreiter entpuppt sich bald als Drogenumschlagplatz voller Gewalt und Korruption.

Alexander Rupflin ist Kriminalreporter für DIE ZEIT und ZEIT Verbrechen und schreibt zudem Theaterstücke. Nun hat er seinen Debüt-Roman veröffentlicht. Mit „Protokoll eines Verschwindens“ (HarperCollins, 26.08.25) rekonstruiert er einen wahren Kriminalfall der Gegenwart, faktenbasiert und gleichzeitig zutiefst menschlich – eine Geschichte vom Streben nach Glück, der Suche nach Wahrheit, dem Gefühl der Verlorenheit und den Abgründen unserer Triebe.

Die österreichische Bestseller-Krimi-Autorin, Juristin, Journalistin und Köchin Eva Rossmann hat ebenfalls ein neues Buch geschrieben: „Wer fastet, stirbt länger“ (Folio, 29.08.25). Die darin enthaltenen Kurzkrimis drehen sich um tödlichen Genuss: abgehalfterte Sterneköchinnen, verfressene Mafiosi, rachsüchtige Oktopusse und Giftkräuter. Ironisch verknüpft Rossmann Gier, Askese und Kulinarik mit Mord. Am Ende locken mörderisch gute Rezepte.

Ein Krimi aus dem New Adult Genre: Colin Hadler, 2001 in Graz geboren, erzählt in „Firewatch“ (dtv, 19.02.26) die Geschichte von Robin, der das Verschwinden seines besten Freundes Aaron in einem kalifornischen Nationalpark aufdecken will – egal wie gefährlich es werden wird. Seine Tarnung: ein Date mit dem potenziellen Mörder Aarons.

Fanny Svoboda ist das Pseudonym der österreichischen Bestseller-Autorin Andrea A. Walter. In „Mariandlmord“ (emons:, 26.02.26), dem dritten Fall ihrer beliebten, schwarzhumorigen und politisch inkorrekten Wachau-Krimi-Reihe steckt Krimiautor Horvath bis zum Hals im Schlamassel. Ein präparierter Leierkasten mit „Mariandl“-Melodie vergiftet zwei Künstler – genauso wie in Horvaths Manuskript – und seine Partnerin Mimi wird verdächtigt.

SPIEGEL-Bestseller-Thriller-Autor Marc Elsberg hat mit „EDEN – Wenn das Sterben beginnt“ (Blanvalet, 25.02.26) einen Roman geschrieben, der vor der globalen Superkrise warnt und Artensterben und Klimakrise thematisiert – ein Buch, das seine Leser:innen dazu zwingt, bei aller spannenden Unterhaltung, über die Grenzen des Fortschritts nachzudenken. Getreu nach dem Motto: Die gruseligsten Geschichten schreibt das Leben womöglich selbst.

Zum Programm mit allen Autor:innen

Eva Rossmann (Copyright: Nurith Wagner-Strauss)
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