19.02.2026 Leipziger Buchmesse

Die Kneipe als Ort der Wahrheit – neue Werke deutschsprachiger Autor:innen

Es könnte oft so einfach sein, und scheitert dann doch. Über die Besonderheiten des menschlichen Zusammenlebens und woran dieses manchmal zerbricht, schreiben einige der deutschsprachigen Autor:innen in ihren neuen Romanen. Mit Ernsthaftigkeit und Humor, teils philosophisch präzise, teils mit trockenem Ruhrgebietscharme, gehen sie der Frage nach, was Gerechtigkeit bedeutet, wie Beziehungen uns stärken oder zugrunde richten können und weshalb ein Tresen in der Kneipe oft mehr über eine Gesellschaft verrät als jede noch so nüchterne Statistik.

Wie viel Ungleichheit braucht Gleichheit? Wo muss der Staat eingreifen, was liegt in der Verantwortung des Einzelnen? In seinem neuen Essay „Gerechtigkeit“ (Diogenes, 25.02.26) beleuchtet der international gefeierte Autor und frühere Rechtsprofessor Bernhard Schlink, wie alle Gerechtigkeit wollen – und doch selten Einigkeit darüber herrscht, was gerecht ist und wer darüber entscheidet. Mit seinem Essay entwirft Schlink eine praktische Anleitung zur Gerechtigkeitsarbeit, mit der alle gleichermaßen aufgerufen sind, immer wieder gerechte Lösungen zu suchen und zu finden.

Dana von Suffrin erzählt in „Toxibaby“ (Kiepenheuer & Witsch, 12.03.26) schonungslos von einer toxischen Liebesbeziehung zwischen der Schriftstellerin Herzchen und Toxibaby, die rauschhaft beginnt, jedoch in Abhängigkeit und Kampf mündet. Trotz Zusammenzug und Hund scheitert alles an der Beziehungsunfähigkeit einer Generation, die Nähe sucht, aber Verbindlichkeit fürchtet.

Eine traditionsreiche Kneipe voller skurriler Stammgäste, kurz vor der Schließung, die zur Bühne für Begegnungen, Erinnerungen und die Frage wird, was es bedeutet, Gemeinschaft, Heimat und Zugehörigkeit zu finden, auch in Zeiten des Wandels. Mit Frank Goosen, Kabarettist und Bestsellerautor aus Bochum, nehmen auch wir zwischen den Seiten Platz am Tresen der Wirtin „Lovely Rita“ (Kiepenheuer & Witsch, 12.02.26).

Der deutsche Künstler, Kabarettist und Schriftsteller Julius Fischer hasst Menschen. Immer noch. Und jetzt hat er auch noch selber welche erstellt. Wie dumm kann man eigentlich sein? Und dann sind die sogar niedlich. Das war nun wirklich nicht zu erwarten. Zu seinem Glück sind sie manchmal aber auch unfassbar nervig. Grund genug, ein neues Buch zu schreiben: „Ich hasse Menschen – Eine Fortpflanzung“ (Voland & Quist, 9. März 26)

Zum Programm mit allen Autor:innen

Dana von Suffrin (Copyright: Tara Wolff)
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