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Rost war die Farbe der Zeit

Stadtgebiet
20:00 - 22:00 Uhr Fr. 20. März
Veranstalter: Gedenkstätte Museum in der "Runden Ecke" , Bürgerkomitee Leipzig e. V.; Gans Verlag; Stiftung Sächsische Gedenkstätten

Kurzbeschreibung

Vom Umgang der Leipziger Universität mit ihrer SED-Vergangenheit und den Opfern

Beschreibung

Buchpräsentation und Gespräch

Anfang der 1950er Jahre begehrten Studenten und Angehörige der Leipziger Universität gegen die erneute diktatorische Entwicklung in der DDR auf. Stasi-Haft und Zwangsarbeit, bis hin zu Hinrichtungen waren die Folgen für die Betroffenen – Herbert Belter, Werner Ihmels, Wolfgang Natonek, Georg Schmutzler sind nur einige von ihnen.
Der Schriftsteller Erich Loest – selbst 7 Jahre in Bautzener Stasi-Haft gewesen – hatte die Idee, mit einem Gegenbild zu Werner Tübkes sozialistischem Propagandabild „Arbeiterklasse und Intelligenz“, welches SED-Funktionären huldigt, den politischen Opfern der Karl-Marx-Universität ihre Würde zurückzugeben, denn die SED-Auftragskunst hing auch nach der Jahrtausendwende noch immer unkommentiert in der Leipziger Uni.
Das von Erich Loest bei Reinhard Minkewitz beauftragte Gemälde „Aufrecht stehen“ wird zum Politikum der Aufarbeitung der SED-Diktatur.
Loest‘s Lebensgefährtin Linde Rotta schildert in ihrem Buch unverblümt und präzise den langen Kampf um die Wahrhaftigkeit der Geschichtsdarstellung an der Leipziger Universität. Eine Besonderheit der Veranstaltung ist wohl, dass sie in der ehemaligen Stasizentrale stattfindet, in der maßgeblich auch die Verfolgung von Erich Loest geplant und beschlossen wurde, an dessen 100. Geburtstag in diesem Jahr besonders erinnert wird.

Nach der Lesung kommt die Autorin Linde Rotta unter der Moderation von Verlagsleiter Ulrich Leinz mit dem Leiter der Dokumentationsstelle der Stiftung Sächsische Gedenkstätten Dr. Bernd Pampel ins Gespräch, der sich intensiv mit den sowjetischen Todesurteilen beschäftigt hat.
Er wird die Verfolgung des auch auf Minkewitz’s Gemälde dargestellten Herbert Belter aufgreifen, der als junger Student öffentlich gegen den undemokratischen Charakter der Volkskammerwahl 1950 aufbegehrt hatte, von der Stasi verhaftet, von einem sowjetischen Militärtribunal (SMT) zum Tode verurteilt und im April 1951, also vor genau 75 Jahren, in Moskau erschossen wurde.

Moderation

Mitwirkende:r

Informationen zum Programm

Veranstaltungsort

Gedenkstätte Museum in der "Runden Ecke" - ehem. Stasi-Kinosaal

Adresse
Dittrichring 24 04109 Leipzig