Unsere Gesellschaft ist vielfältig – und genau die unterschiedlichen Einstellungen und Typen machen den Unterschied im Streit um Klima, Demokratie und Zusammenhalt. Die Veranstaltung stellt vor, in welche verschiedenen Gruppen soziologische Studien die Bevölkerung einteilen, wenn es um gesellschaftlichen Wandel geht. Gleichzeitig wecken wir Hoffnung auf einen gemeinsamen Weg zu einem gerechten Wandel.
Linda von Faber gibt einen Impuls zum Buch „Der neue sozial-ökologische Klassenkonflikt“: Basierend auf einer repräsentativen Umfrage teilen sie und ihre Co-Autoren die deutsche Bevölkerung in verschiedene Mentalitäten ein, die sich drei größeren Spektren zuordnen lassen. Die Spektren unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Einstellungen zu Fragen des sozial-ökologischen Wandels. Zudem zeichnet das Buch zentrale Konfliktdimensionen der Transformation nach, die sich aus Überlagerungen von Mentalitäten und sozialer Struktur ergeben und auf einen neuen, sozial-ökologischen Klassenkonflikt schließen lassen.
Nils Teichler und Jakob Hartl stellen den „Zweiten Zusammenhaltsbericht“ des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt vor: Der Bericht identifiziert auf Basis einer groß angelegten repräsentativen Studie fünf soziologische Klimatypen mit unterschiedlichen Einstellungen zum Klimawandel und Klimaschutz sowie Sorgen um die Folgen von Klimapolitik. Die Analyse zeigt, wo Potenziale für ein neues Wir-Gefühl liegen und wie der sozial-ökologische Wandel gelingen kann, wenn der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt wird.
Das anschließende moderierte Gespräch vertieft den Blick auf die beiden soziologischen Analysen der deutschen Bevölkerung. Wir erkunden, welche Parallelen zwischen den unterschiedlichen Mentalitäten und Typen bestehen und welche Rolle die regionale Zugehörigkeit spielt. Außerdem diskutieren wir, wie die Erkenntnisse für eine mehrheitsfähige Klimapolitik genutzt werden können und wie wir aus unserer vielfältigen Gesellschaft ein motivierendes Bündnis für eine gerechtere Zukunft bilden.
Moderation: Dr. Antje Nolting
Linda von Faber ist Industriedesignerin und Soziologin und studiert seit April 2023 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena Soziologie im Master. Sie war von 2022 bis 2025 wissenschaftliche Assistentin in der BMBF-Nachwuchsforschungsgruppe „Mentalitäten im Fluss (flumen)“.
Dr. Nils Teichler ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Koordinator für die Berichterstattung am Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) an der Universität Bremen. Nach dem Studium der Sozialwissenschaften hat er über individuelle Folgen von befristeten Arbeitsverhältnissen und Arbeitsplatzunsicherheit promoviert. In seiner Forschung untersucht er, wie sich Armut und Arbeitsplatzunsicherheit auf politische Entfremdung und gesellschaftlichen Zusammenhalt auswirken können.
Dr. Jakob Hartl ist Postdoc und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Teilinstitut Halle des FGZ. Nach dem Studium der Soziologie an der Universität Wien forschte er am Institute for Advanced Studies Vienna und an der University of Bristol, wo er zur politischen Relevanz von Prekaritätserfahrungen junger Menschen promoviert hat. Zuletzt arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziologie der Universität Halle-Wittenberg im Arbeitsbereich Sozialstrukturanalyse.
Diese Veranstaltung ist Teil der Klimabuchmesse und findet in Kooperation mit dem UNIBUND statt. Das gesamte Programm finden Sie auf
klimabuchmesse.de.