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Nicht nur Vater-Mutter-Kind

Das Neue Testament und sein vielfältigen Beziehungs- und Lebensformen

Messegelände
13:00 - 14:00 Uhr Fr. 20. März
Veranstalter: Friedrich-Schiller-Universität Jena

Kurzbeschreibung

In aller Vielfalt. Geschlechter, Sexualitäten, Beziehungsformen im Neuen Testament

Beschreibung

Inhaltlich setzt der Band bei der Ausgangssituation an, dass die Wahrnehmungen von Geschlecht(ern) und Sexualität(en) sowie unterschiedlicher Lebensformen, die damit in Zusammenhang stehen, sind gesellschaftlich nach wie vor auch von religiösen Prämissen geprägt ist, wobei sich hier aktuell eine zunehmend konservative Tendenz im Diskurs (sowohl in den Kirchen als auch in der Fachwissenschaft) wahrnehmen lässt, innerhalb dessen u.a. mit Hilfe biblischer Texte Heteronormativität als die dem Christusglauben gemäße Haltung propagiert wird. Dieser Inanspruchnahme biblischer, insbesondere neutestamentlicher Texte tritt das Buch mit seinen Beiträgen entschieden entgegen und beschreibt stattdessen die Komplexität der Texte als auch die in ihnen vertretene Vielfalt von Positionen in Bezug auf Geschlechter, Sexualitäten und Beziehungsformen als auch die Verwobenheit der Texte mit der antiken Kultur und Gesellschaft. In diesem Kontext spielt beispielsweise der soziale Status (frei vs. freigelassen vs. versklavt) eine große Rolle und kann Geschlechterrollen überschreiben oder in bestimmte Richtungen diskriminierend verstärken. Der Sammelband, der sowohl mit der „Hermeneutik des Verdachts“ (Elisabeth Schüssler-Fiorenza) als auch mit einem konsequent intersektionalen methodischen Ansatz arbeitet, vereint die Beiträge von insgesamt 14 Theologinnen verschiedener Karrierestufen, die neutestamentliche und weitere antike und apokryphe Texte hinsichtlich der in ihnen sichtbar werdenden Geschlechtervielfalt und unterschiedlicher Weisen des Umgangs damit im Kontext des antiken Haushalts (oikos) und dessen sozialen Schichtungen untersuchen. Weitere Themen sind Ehe, Ehescheidung und andere eheähnliche Beziehungen, kulturell bedingte asymmetrische Geschlechterverhältnisse, Konzeptionen von Geschlecht und Fortpflanzung aufgrund philosophisch-medizinischer Prämissen, gegenkulturelle Ansätze einer Ehefreiheit im Rahmen einer asketischen Lebensweise, Körperkonzepte überhaupt und Visionen einer Aufhebung der Geschlechterdifferenz in eschatologischer Perspektive.
Dabei geht es insgesamt nicht um eine Polarisation in der Debatte, vielmehr möchte der beschriebene Band ein Zeichen für Vielfalt und fundiertes, wissenschaftlich abgewogenes Nachdenken über biblische Texte bieten, für deren bisweilen gefährlich enggeführte Verzweckung in gegenwärtigen Diskursen sensibilisieren und gute Argumente zur Entkräftung solcher Sichtweisen einem möglichst breiten Publikum zur Verfügung stellen.

Mitwirkende:r

Informationen zum Programm

Veranstaltungsort

Forum UNIBUND  (Halle 2, C301)