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Für immer seh ich dich wieder

Lesung und Gespräch. Moderation: Andrea Reidt

Stadtgebiet
19:30 - 21:00 Uhr Fr. 20. März
Veranstalter: Deutsche Nationalbibliothek , Stiftung Ravensburger Verlag

Kurzbeschreibung

Yannic Han Biao Federer erhielt 2025 den Buchpreises Familienroman der Stiftung Ravensburger Verlag

Beschreibung

Die autobiografische Erzählung handelt von einem jungen Paar, das sein erstes Kind wenige Wochen vor dem Geburtstermin verliert. Charlotte und Yannic hatten sich auf ein neues Leben als Familie gefreut. Doch dann ereignet sich die Katastrophe, ihr Sohn, Gustav Tian Ming, kommt tot zur Welt. Statt Wickeltisch und Stillkissen müssen sie einen Kindersarg aussuchen, ein Grab kaufen, eine Beerdigung organisieren und mit ihrer Trauer fertig werden. Erschütterte Verwandte und Freunde reisen an oder nehmen Anteil aus der Ferne, tragen zum Zeitpunkt der Beisetzung Opferschalen in den Tempel. Und während Charlotte und Yannic mit einer Bürokratie zu kämpfen haben, die mit totgeborenen Kindern kaum umzugehen weiß, beginnt der Schriftsteller aufzuschreiben, was um ihn herum geschieht. Es ist ein Versuch zu begreifen, was ihnen widerfahren ist, eine Sprache zu finden für die Trauer und den Schmerz, aber auch für die Wärme und Liebe, die sich darin verbirgt. Über diesen Verlust hinaus beschäftigt den Autor „die Verfolgung, die Gewalt, die Flucht, das Schweigen und die Angst“ in der Familie seines Vaters. Wenn „das Traumatische unförmig“ bleibe, könne es nicht vergehen. „Erst wenn es erzählt wird, immer wieder erzählt wird, kann es Erinnerung werden.“

Zur Begründung der Preisvergabe:
Das sehr persönliche Buch von Yannic Han Biao Federer reicht weit über die private Katastrophe hinaus. Der hochliterarische Text greift einerseits ein gesellschaftliches Tabuthema auf und zeigt zugleich, wie stark der Zusammenhalt einer Familie sein kann. Die verwaisten Eltern stellen sich dem Tod ihres Kindes und bilden mit Gustav Tian Ming eine Familie. Auch der Halt durch die eigenen Eltern, die Geschwister, weitere Verwandte und Freunde spielt eine wichtige Rolle, das junge Paar fühlt sich in ein stabiles soziales Gefüge eingebettet. In ästhetischer Hinsicht ist diese Erzählung bemerkenswert, der Autor berichtet das Ereignis nicht mit konventionellen Mitteln, sondern ringt von Anfang an um eine angemessene künstlerische Form. Dies gelingt ihm mit Bravour. Obwohl lebenslang eine Narbe zurückbleiben wird, blickt das Paar am Ende der Geschichte getröstet und hoffnungsvoll in die Zukunft.

Der zum 15. Mal verliehene Buchpreis Familienroman der Stiftung Ravensburger Verlag zeichnet jährlich den Autor*innen einer deutschsprachigen Publikation erzählender Prosa (Roman, Erzählung, Anthologie, Autobiografie, autofiktionaler Text) aus. Die Preissumme von 15.000 Euro erhält ein*e Schriftsteller*in, „der oder die mit literarischen Stilmitteln ein zeitgenössisches Bild der Familie zeichnet“.

Yannic Han Biao Federer wurde 1986 im südbadischen Breisach als Sohn eines chinesischen Indonesiers und einer Deutschen geboren. Er studierte Germanistik und Romanistik in Bonn, Florenz und Oxford. Mit dem Roman „Und alles wie aus Pappmaché“ debütierte er 2019, 2022 erschiene der Roman „Tao“. Für seine schriftstellerische Arbeit Federer mit dem Literaturstipendium des Landes Baden-Württemberg, Förderpreisen und Arbeitsstipendien ausgezeichnet. Preisgekrönt sind auch seine Theaterstücke „Drive in“ und „Asiawochen“. Zwei Jahre arbeitete der Autor im Literaturhaus Köln, aktuell ist er Lehrbeauftragter am Institut für Germanistik, Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft der Universität Bonn.

Eine Veranstaltung der Stiftung Ravensburger Verlag in Kooperation mit der Deutschen Nationalbibliothek

Weitere Eintrittsinformationen

Eintritt frei
Reservierung unter dnb.de/veranstaltungleipzig
oder Tel. 0341 2271-286

Moderation

Mitwirkende:r

Informationen zum Programm

Veranstaltungsort

Deutsche Nationalbibliothek

Adresse
Deutscher Platz 1 04103 Leipzig
Kontakt
Website: http://www.dnb.de