Die Bücher vereinen Archivforschung und Literatur und untersuchen Krieg, Konflikt und Grenzen.
Beschreibung
Die Veranstaltung WHAT LEAVES & WHAT LIVES, die im Rahmen der Ausstellung "BLUE YEREVAN PAVILION" im D21 Kunstraum stattfindet, präsentiert zwei Publikationen, die in Zusammenarbeit zwischen der armenischen Kulturinstitution CSN Lab und der Freien Universität Berlin entstanden sind. Als Teil der Reihe “Constellations” des Clusters “Temporal Communities” vereinen diese Bücher Archivforschung und Literatur, um die Komplexität von Krieg, Konflikt und Grenzen aus der Perspektive von Erinnerung, Migration und Räumlichkeit zu untersuchen. Während der Veranstaltung stellen die Autoren Dr. Tigran Amíryan und Arsen Abrahamyan zwei große Forschungsprojekte vor: „Address: Balat Orphanage” und „Berlin Dialogues”.
„Address: Balat Orphanage" ist das Ergebnis einer zweijährigen Arbeit mit einem umfangreichen Archiv der armenischen Khorenyan-Schule im Istanbuler Stadtteil Balat. Die Tausenden von Dokumenten, die einen Zeitraum von fast zwei Jahrhunderten umfassen, zeichnen die Veränderungen der Schule, dem Balat-Waisenhaus nach, darunter auch die Zeit als Waisenhaus in den 1910er Jahren, und geben Aufschluss über die politischen Umwälzungen im späten Osmanischen Reich und in der frühen Türkischen Republik. Das Archiv beleuchtet das miteinander verflochtene Leben der armenischen, jüdischen und griechischen Gemeinschaften sowie die sozialen, kulturellen und politischen Dynamiken, die die gemeinsamen Räume und Erinnerungen der Gemeinschaft geprägt haben. “Berlin Dialogues” vereint Gespräche mit zeitgenössischen armenischen, deutschen, georgischen und ukrainischen Schriftstellern, die über die komplexe Vergangenheit ihrer Regionen reflektieren und darüber, wie diese Geschichte die aktuelle Geografie, Migration und Erinnerungskultur prägt. Zusammen bieten diese Publikationen neue Perspektiven auf komplexe und vielschichtige Vergangenheiten und tragen zu einem umfassenderen Verständnis darüber bei, wie Erinnerung und Migration kulturelle Identitäten und regionale Narrative prägen.