Lesung und Gespräch mit Sven Pfizenmaier, Poljak Wlassowetz, Susanne Bonowicz und Meike Männel.
Beschreibung
In der Kopf-&-Kragen-Reihe ›Resonanzen‹ begegnen sich Literatur und Kunst im offenen Austausch, aus dem ein Drittes entstehen kann, das in Ihnen nachwirkt. Der Begriff Resonanz bedeutet ursprünglich Widerhall und beschreibt in der Physik jenes Phänomen, bei dem ein System zu schwingen beginnt, weil ein anderes es anregt. Dabei verstärken sich die Schwingungen und machen etwas hörbar oder sichtbar, das zuvor verborgen war. Im übertragenen Sinn steht Resonanz für die Erfahrung, sich berührt, angerufen oder in Bewegung versetzt zu fühlen, und bezeichnet eine Art Weltbezug, eine wechselseitige Beziehung, die nicht planbar ist, aber verändern kann. Diese Vorstellung prägt auch die Begegnung von Literatur und Kunst in unserer Reihe ›Resonanzen‹. Der Band ›Ödnis‹ bringt die Fotografin Meike Männel und den Schriftsteller Sven Pfizenmaier zusammen – zwei Stimmen, die auf unterschiedliche Art und Weise denselben Raum erkunden. Im Band ›Verdichtung‹ begegnen sich die Malerin Susanne Bonowicz und der Schriftsteller Poljak Wlassowetz.
Sven Pfizenmaier: Sven Pfizenmaier wurde 1991 geboren. Sein Roman ›Draußen feiern die Leute‹ (2022) wurde mit dem aspekte-Literaturpreis für das beste Debüt des Jahres, dem Kranichsteiner Literaturförderpreis des Deutschen Literaturfonds und dem Literaturpreis der Landeshauptstadt Hannover ausgezeichnet. 2024 erschien sein zweiter Roman ›Schwätzer‹. Sven Pfizenmaier lebt in Berlin.
Meike Männel: Meike Männel lebt und arbeitet in Nürnberg. Sie studierte dort Grafikdesign und Freie Kunst mit dem Schwerpunkt Fotografie an der Akademie der Bildenden Künste. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen regionalen und internationalen Ausstellungen sowie in Magazinen gezeigt. 2021 wurde ihr Fotobuch ›Good Life‹ mit dem Deutschen Fotobuchpreis in Silber ausgezeichnet. Ihre Serie ›Großreuth‹ war 2022 als Einzelausstellung im Neuen Museum Nürnberg zu sehen. 2025 erhielt sie den 1. Preis des CeU-Awards in München.
Die in Berlin lebende Künstlerin Susanne Bonowicz wurde 1985 geboren. Sie studierte bildende Kunst und Kunstgeschichte in Osnabrück und Port Elizabeth (Südafrika) sowie Kulturmanagement und Kulturtourismus in Frankfurt (Oder). Susanne Bonowicz’ Malereien zeigen urbane Erlebnisse, Erfahrungen und Erinnerungen. Mit grellen Neonfarben und einer Komposition aus architektonischen Formen und Linien beschreibt sie mannigfaltige Metropolen. Durch ihre eigene Farb- und Formensprache sowie durch die Konstruktion und Dekonstruktion einzelner Elemente macht die Künstlerin die Stadt in ihren Gegensätzen, ihrer Dynamik, ihrem Chaos und zugleich in ihrer Fluidität und ihrer Vergänglichkeit erfahrbar. In ihren abstrakten Malereien eröffnet Susanne Bonowicz einen urbanen Dialog und erforscht dabei die wechselseitigen Beziehungen sowie die gegenseitige Beeinflussung von Kultur und Natur.
Poljak Wlassowetz, Tschernobyljahrgang, schreibt über unentdeckte Möglichkeitsräume, utopische Potenziale und die Unfähigkeit des Menschen, angemessen zu handeln. Zahlreiche Reisen haben ihn als Schriftsteller und Politologen im Bereich Flucht und Migration rund um den Globus geführt. Poljak Wlassowetz versteht Utopist als Kompliment und plädiert für die Wiederbelebung des anderen. Sein Debütroman ›Mirovia‹ wurde im Open House Verlag veröffentlicht. Sein zweiter Roman ›Litiotopia‹ wurde gemeinsam mit dem ›Manifest für ein gutes Leben‹ im im Kopf & Kragen Verlag publiziert.