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Ich fragte und lernte

Messegelände
12:00 - 12:30 Uhr Sa. 21. März
Veranstalter: Der Erzählverlag UG (haftungsbeschränkt)

Kurzbeschreibung

Lola Jaerschky beschreibt den Alltag als NS-Häftling – und wie sie sich davon befreite.

Beschreibung

Lola Jaerschky (1902–1991) war Lehrerin an der Rudolf-Steiner-Schule in Berlin und Eurythmistin. Zeit ihres Lebens engagierte sie sich in der anthroposophischen Bewegung und trat als Autorin und Herausgeberin hervor. Als sogenannte “Halbjüdin” entschied sie sich im Jahr 1934, die Schule aus freien Stücken zu verlassen, um die Existenz der Freien Waldorfschule unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft nicht zusätzlich zu belasten. Seitdem lebte und arbeitete sie als Sekretärin und Sprechstundenhilfe im Hause ihres Vaters, des 1941 verstorbenen Arztes Paul Jaerschky. Trotz des Verbots der Anthroposophischen Gesellschaſt im Jahr 1935 lud sie hier "in dem großen Wartezimmer ... Freunde und Patienten an so manchen Sonnabenden zu literarisch-philosophischen Vorträgen" im Sinne der Anthroposophie ein. Im Jahr 1941 wurde sie deshalb “wegen Gefährdung der inneren Front” festgenommen und “bis auf Weiteres” inhaftiert. Sie verbrachte mehrere Monate im berüchtigten Gestapo-Gefängnis am Alexanderplatz, bevor sie ins KZ Ravensbrück überführt wurde.

Auf 216 maschinenschriftlich getippten Seiten schilderte Lola Jaerschky nach dem Krieg ihre Erlebnisse aus ihrer Häftlingszeit aus dem Jahr 1941 – und wie sie eindrücklich versuchte, diese Zeiten größter Not in ihren geistigen Entwicklungsweg zu integrieren. Ihre Gefangenschaft ermöglichte es ihr, die Rolle einer Beobachterin einzunehmen, auch wenn sie mitten im Geschehen stand. Aus diesen Wahrnehmungen ließ sie Antworten auf wesentliche Fragen entstehen, die ihren geistigen Weg berührten. Sie schreibt: "Es war mir von Kindheit an eingeprägt worden, dass die äußeren Widerstände des Lebens gegeben sind, um innere Kräſte daran zu entwickeln." So vermochte sie es, ihrem Leiden einen Sinn abzuringen. In ihrer Gefangenschaft zeigte Lola Jaerschky, wie freies Denken wirkt.

Ein Helfernetzwerk um Admiral Wilhelm Canaris ("Unternehmen Sieben") führte dazu, dass die im KZ schwer erkrankte Lola Jaerschky in Freiheit kam und ab 1944 bis zum Ende der Gewaltherrschaft zusammen mit ihrer Mutter von Gertrud und Anna Schoenberner in Berlin-Zehlendorf versteckt gehalten wurde.

Lola Jaerschky verfasste das Manuskript in zwei Phasen ihres Nachkriegslebens, anschaulich und lebendig. Es entstand ein Dokument der Zeitgeschichte, das bis heute zu Ergebenheit und Widerstandskraft inspiriert. Ihr Erlebnisbericht wird anlässlich der Leipziger Buchmesse 2026 erstmals als Band 3 in der “Reihe Biografie” des Erzählverlags mit einem Vorwort von Peter Selg erscheinen.

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  • »Ich fragte und lernte«. Erlebnisse aus meiner Häftlingszeit in Gestapo-Haft und im KZ Ravensbrück 1941
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Mitwirkende:r

Informationen zum Programm

Veranstaltungsort

Forum Literaturlandschaft  (Halle 4, C205)