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Ostpreußens Wolfskinder (neu: Zeit geändert) (aktualisiert)

Zeitzeugen und Präsentation dreisprachiger GfbV*-Publikation

Messegelände
11:00 - 12:00 Uhr So. 22. März
Veranstalter: Gesellschaft für bedrohte Völker e. V.

Kurzbeschreibung

Publikationsvorstellung der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV)

Beschreibung

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) lädt zur Vorstellung ihrer neuen dreisprachigen Publikation über die ostpreußischen Wolfskinder ein und setzt damit einen wichtigen Akzent in der europäischen Erinnerungslandschaft. Die Veranstaltung widmet sich den Lebensrealitäten von Kindern, die in Zeiten von Krieg, Diktatur und gesellschaftlichen Umbrüchen auf sich allein gestellt waren. Im Zentrum steht die Geschichte der sogenannten Wolfskinder – jener Jungen und Mädchen aus Ostpreußen, die nach dem Zweiten Weltkrieg elternlos und schutzlos um ihr Überleben kämpfen mussten. Ihr Schicksal wird bewusst in einen europäischen Vergleich gestellt, um Gemeinsamkeiten, Unterschiede und historische Muster sichtbar zu machen.
Ein Schwerpunkt liegt auf Erinnerungspraxis und transnationaler Gedächtnisgeschichte: Wie erinnern verschiedene Gesellschaften an diese vergessenen Kinder? Welche Narrative haben sich in Litauen, Deutschland oder anderen europäischen Staaten herausgebildet, und wie prägen sie das heutige Verständnis von Flucht, Vertreibung und Kinderschutz? Die Podiumsveranstaltung bietet eine Einführung in die Publikation – Ereignisgeschichte, Entstehungsgeschichte, zentrale Ergebnisse und aktuelle Bezüge – sowie persönliche Berichte der Zeitzeuginnen und eine moderierte Diskussion.
Im Mittelpunkt stehen die Zeitzeuginnen Luise Kazukauskiene und Ursula Dorn, deren Anwesenheit besondere Authentizität verleiht. Ihre Berichte spiegeln Erfahrungen von Verlust, Hunger, Gewalt und Orientierungslosigkeit, aber auch Stärke und Widerstandskraft. Sie verdeutlichen, wie verletzlich Kinder in politischen und sozialen Erschütterungen sind und wie wichtig es bleibt, ihre Perspektiven sichtbar zu machen.
Mit der Publikation „Ostpreußens Wolfskinder – Vergleichende Perspektiven im europäischen Kontext“ verfolgt die GfbV das Ziel, Bewusstsein für die historischen Folgen von Krieg und Vertreibung zu schärfen und zugleich Brücken zu aktuellen Debatten über Kinderrechte, humanitären Schutz und gesellschaftliche Verantwortung zu schlagen. Die dreisprachige Ausgabe – Deutsch, Litauisch und Englisch – fördert den Austausch zwischen verschiedenen Erinnerungsgemeinschaften und erleichtert den Zugang zu historischen Informationen.
Darüber hinaus soll die Publikation einen Beitrag zur politischen und gesellschaftlichen Bildung leisten. Sie ermutigt insbesondere junge Menschen, historische Entwicklungen kritisch zu hinterfragen und soziale Herausforderungen, die aus Krisen- und Kriegssituationen erwachsen, differenziert zu betrachten. Die Geschichte der Wolfskinder zeigt eindrücklich, wie Gewalt und Entwurzelung das Leben junger Menschen prägen – und wie notwendig es ist, historische Ungerechtigkeiten sichtbar zu machen, um heutigen und zukünftigen Gefahren entgegenzuwirken.
Die Veranstaltung versteht sich als Einladung, Verantwortung für die Bewahrung historischen Wissens zu übernehmen. Sie eröffnet Raum für Dialog, Empathie und Engagement – und setzt ein Zeichen für die Bedeutung einer lebendigen Erinnerungskultur im heutigen Europa.

Mitwirkende:r

Informationen zum Programm

Veranstaltungsort

Café Europa  (Halle 4, E401)

Aussteller