Kaffee, Kuchen und erste Werke, die bleiben: Die Debüts in der #buchbar
Alle Tische besetzt, eine lange Schlange an der Cafébar, gespannte Zuhörer:innen und die Autor:innen ganz nah: In der #buchbar tauschten sich über ein Dutzend Debütschriftsteller:innen bei Kaffee, Kuchen und entspannter Atmosphäre mit einem Publikum aus, das spürbar Lust hatte, Neues zu entdecken. Auch in vielen weiteren Veranstaltungsformaten bekamen Erstlingswerke mehr Raum denn je.
Die #buchbar in Halle 4 steht für eine besonders intime und entspannte Atmosphäre. Hier können Besucher:innen eine kurze Auszeit vom Trubel der Messe nehmen und zugleich in spannende literarische Welten eintauchen, darunter auch zahlreiche Erstlingswerke – von Comic bis Roman, von autobiografisch bis fiktional. Mehr als ein Dutzend Debütautor:innen gaben Einblicke in ihr Schreiben und Denken und kamen anschließend am Community Table mit interessierten Messebucher:innen ins Gespräch, beantworteten Fragen und signierten Bücher.
Zu den jüngeren Debütant:innen gehörte Sarah Hübner mit ihrem Comic „Unruhe“ (JAJA). Entstanden aus der Abschlussarbeit zur Kommunikationsdesignerin erzählt das komplett in Schwarzweiß gezeichnete Werk eine fantastische Geschichte: In einem Bergdorf tut sich eines Tages mitten auf dem Marktplatz ein riesiges Loch auf – die aufblühenden Verschwörungstheorien lassen die Harmonie der Dorfgemeinschaft aus den Fugen geraten. In der #buchbar verriet Hübner, dass es ihr neben einer spannenden Geschichte auch darum ging, eine Studie über den Umgang von Menschen mit Krisensituationen zu verfassen.
Ebenfalls zu Gast war Judith Hoersch, bekannt als Schauspielerin und Synchronsprecherin. Ihr Debütroman „Niemands Töchter“ (Piper) erzählt von vier Frauen über vier Jahrzehnte, von Identität, Familienwunden und der Suche nach der eigenen Herkunft. Wie sie schreibt? „Ich arbeite wie eine Bildhauerin, zunächst sehr grob und zweidimensional. Erst mit der Zeit modelliert sich die Geschichte vollständig aus.“
Aufschlussreich war auch das Gespräch mit Ulla Schuh. Ihr mit dem Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Oldenburg ausgezeichnetes Debüt „Ich in 100 Teilen“ (Beltz) erzählt in fragmentarischer, fast lyrischer Form von zwei Jugendlichen auf der Suche nach sich selbst. Die Autorin, die im Hauptberuf Gymnasiallehrerin ist, berichtete, wie sie beim Schreiben aus ihrer eigenen Arbeit mit Jugendlichen geschöpft hat.
Auch abseits der #buchbar fanden Debüts ihr Publikum: So las zum Beispiel Clara Leinemann bei „Beste erste Bücher“, dem Veranstaltungsformat des Literarischen Herbstes, aus „Gelbe Monster“ (Suhrkamp nova), einer Mutter-Tochter-Geschichte in einer nicht enden wollenden Ausnahmesituation. Auf der Donaubühne sprach Madeline Potter, Autorin von „Die Roma“ (Ullstein), über eine diskriminierte Minderheit mit faszinierender Kultur. Und bei der Langen Leipziger Lesenacht präsentierte Marie Menke „Spielverderberin“ (Kiwi), einen Roman über eine obsessive Dreiecksfreundschaft zwischen Dorfjugend und Großstadtanonymität.
„Wir wollen dem literarischen Nachwuchs eine noch größere Bühne bieten“, hatte Messedirektorin Astrid Böhmisch im Vorfeld gesagt. Der Erfolg beim Publikum gibt ihr Recht.