Auf der Suche nach „Heimat“ im Donauraum
Ständig in Bewegung, Ort der Begegnung, des Austauschs – aber auch Schauplatz vieler Dramen, wo einst Grenzer:innen auf Flüchtlinge schossen: Die Donau ist ein Fluss voller Gegensätze, Gemeinsamkeiten und Geschichten. Einige davon werden vom 19. bis 22. März auf der Donaubühne der Leipziger Buchmesser erzählt.
In ihren Werken erkunden die Nachfahr:innen von Donauschwäb:innen, Siebenbürger Sächs:innen und Banater Schwäb:innen die Zwischenwelten, die durch das Wandern zwischen Welten, auch Sprachwelten, entstehen. Zu ihnen gehören zum Beispiel die Autorinnen Betty Boras, Katharina Sigrid Eismann, Nadine Schneider und Sabine Zaplin. Auf der Donaubühne kommen sie zusammen und sprechen auf einem Panel unter dem Titel „Welche Heimat?“ über ihre neuen Veröffentlichungen.
So erzählt Betty Boras in ihrem Debüt „Das schönste aller Leben“ (hanserblau, 19. Januar 2026) von einer Flucht aus dem rumänischen Banat nach Deutschland, von Herkunft, Mutterschaft, Schmerz und Schönheitsidealen. Sigrid Eismann, selbst Nachfahrin der „unruhigen Salpeterer“, nimmt in „Mein innerer Schwarzwald“ (danubebooks, 2025) die Leser:innen donauabwärts mit auf einen Ausflug ins Banat des Jahres 1755. Die Autorin verwebt auf ihre besondere Art die lange vergangenen Ereignisse mit jüngst geschehenen sowie gegenwärtigen Episoden. Schneiders Roman „Das gute Leben“ (S. Fischer, 25. Februar 2026) wiederum ist eine große Mütter-Töchter-Geschichte über vier Generationen – ein Buch von Abschied, Neuanfang und der Arbeit des Lebens. Im Jugendbuch „Die Wasserwandler“ (STROUX edition, 30. Januar 2026) lernen Zaplins Leser:innen ein Leben im späten 18. Jahrhundert kennen, in dem einfache Holzschiffe zum Inbegriff der Hoffnung werden. Denn mit ihrer Hilfe machen sich die Protagonist:innen über die Donau auf den Weg in eine vermeintlich bessere Zukunft – am anderen Ende des Habsburgerreiches, in Südosteuropa.