11.03.2026 Leipziger Buchmesse

Von tanzenden Algorithmen und kreativen Staubsaugern: Künstliche Intelligenz erleben im Forum Mensch und KI

Künstliche Intelligenz hält mehr und mehr Einzug in alle gesellschaftlichen Bereiche – für die einen Heilsversprechen, für die anderen Untergangsszenario. Das Forum Mensch und KI greift diese Ambivalenz auf und schafft Raum für eine vorurteilsfreie Annäherung, um jenseits von Euphorie oder Kulturpessimismus auszuloten, welche spannenden Anwendungsmöglichkeiten KI uns heutzutage bietet. In einem interaktiven wie unterhaltsamen Bühnenprogramm unter dem Motto „Geschichten aus der Zukunft“ nähern sich Expert:innen und Publikum – in diesem Jahr in Halle 2 – gemeinsam der Technologie in all ihren Facetten.

An den ersten beiden Messetagen geben Kunst- und Kulturschaffende verschiedener Genres Einblicke in ihre Arbeit und ihren Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Bei der Performance Deep.Dance von Choreograf Jascha Viehstädt, Szenograf Takaya Kobayashi und Tänzer Raymond Liew Jin Pin erlebt das Publikum live ein Tanzstück, das bis ins Detail von einer KI berechnet wurde. In ihrer „Drama on Demand Show“ Stück-o-mat stellen Autor, Regisseur und Creative Technologist Nils Corte und Autorin und Regisseurin Lena Rucker ein von ihnen entwickeltes Ensemblemitglied vor: den künstlich intelligenten Staubsaugerroboter Volker. Gemeinsam mit ihm kann das Publikum spontan Theaterszenen entwickeln, die Volker direkt in dramaturgische Kostproben verwandeln wird. Über die Frage, ob KI überhaupt ein eigenständiges Werk von echtem künstlerischem Wert erschaffen kann, sprechen Kulturtheoretiker Friedrich von Borries und Medieninformatiker Alexander Doudkin im Monopol-Podcast „Fantasiemuskel“ mit Jenifer Becker, Autorin und Dozentin für Literarisches Schreiben an der Universität Hildesheim. Sylvia Asmus, Direktorin des Deutschen Exilarchivs der Deutschen Nationalbibliothek, und Videobloggerin Susanne Siegert (@keine.erinnerungskultur) präsentieren ihr Projekt „Frag nach!“, das KI-gestützt interaktive Interviews mit echten Zeitzeug:innen ermöglicht. Mit ihnen kann das Publikum in eine Art Dialog treten: Eine KI kombiniert die gestellten Fragen in Echtzeit mit den passendsten aus über 900 aufgezeichneten Antworten der Zeitzeug:innen.

Am Messewochenende bespielt das SZ Institut als Medienpartner der Leipziger Buchmesse das Forum Mensch und KI und widmet sich zwei übergeordneten Fragen: Was fasziniert uns an KI? und: Welche Unsicherheiten verspüren wir im Umgang mit ihr? Das interaktive Bühnenprogramm wird Dirk von Gehlen, Director Think Tank am SZ Institut und Speaker im Bereich KI, moderieren. Das gesamte Programm bietet dem Messepublikum Gelegenheit, sich direkt mit den Expert:innen des Podiums über die praktischen Folgen von KI-Anwendung auszutauschen.

Kann KI zum Beispiel die Autonomie stärken? Macht sie uns klüger? Darüber spricht Bildungs-Content-Creator, Autor und Podcaster Bob Blume mit dem Psychologen und Blogger Etrit Asllani in dem Panelbeitrag „KI in der Bildung“. Dass Künstliche Intelligenz gesellschaftliche Machtverhältnisse widerspiegelt und Vorurteile automatisiert, die Frauen, People of Color und andere marginalisierte Gruppen trifft, thematisiert Eva Gengler, Wirtschaftsinformatikerin und Autorin, in ihrem Buch „Feministische KI“ (Verlag J.H.W. Dietz Nachf.). In seinem Buch „Der klügste Freund, den wir je hatten“ (Münchner Verlagsgruppe) erklärt KI-Experte Bilal Zafar praxisnah und leicht verständlich, wie KI zum echten Alltagshelfer wird, und plädiert für einen vertrauensvolleren Blick auf sie. Marie Kilg, Journalistin und Host des KI-Podcasts der ARD, hilft Einsteiger:innen wie Profis zu verstehen, wie KI die Gegenwart prägt, was technisch bereits wirklich möglich und was nur Marketing ist.

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