1989, in dem Jahr, in welchem Khomeini zur Ermordung Salman Rushdies aufrief, veröffentlichten wir die bis heute einzige deutschsprachige Untersuchung über den vom Islam gejagten, vom Westen verratenen Dichter. Peter Priskil stellt in seiner literaturwissenschaftlichen Analyse heraus, warum Rushdie von religiösen Fanatikern mit dem Tod bedroht wird. Die Studie belegt, daß mit der Verfolgung des Dichters die letzten Überreste der Französischen Revolution liquidiert und altbekannte Zustände eingeführt werden sollen: die Zeit der Ketzerprozesse und Scheiterhaufen, das klassische Mittelalter, in der die Religion das Sagen hat und auf Vernunftgebrauch die Todesstrafe steht.
Daß sich diese menschenfeindlichen Zustände auch in Deutschland schon wieder fest etabliert haben, zeigte sich in aller Deutlichkeit auf der Frankfurter Buchmesse 1989. Während der Ahriman-Verlag Dr. Priskils Portrait des Dichters vorstellte, mußte er (in einem an die Messebesucher verteilten Flugblatt) bemerken: »Der wichtigste Autor fehlt.« Denn sich feige vor der Macht der Ayatollahs beugend, hatte sich in der BRD kein Verleger gefunden, der die ›Satanischen Verse‹ in deutscher Sprache dem Publikum rechtzeitig zugänglich gemacht hätte.
Eine Podiumsdiskussion zum Thema – veranstaltet vom Internationalen Solidaritätskomitee für Salman Rushdie – wurde, auf daß sie möglichst unbemerkt bleibe, in ein Hinterstübchen des Messegeländes verlegt und nur äußerst spärlich angekündigt. Neben Peter Priskil saßen unter anderem der damals noch Grüne Otto Schily, der Verleger Klaus Wagenbach und der im Exil lebende iranische Schriftsteller Bahman Nirumand auf dem Podium. Dr. Priskil legte – sehr zum Ärger der anderen Teilnehmer – während der vom Fernsehen aufgezeichneten Diskussion klar und unmißverständlich dar, was von der seitens der Politiker und Verleger gezeigten ›Solidarität‹ mit Rushdie zu halten ist (so weigerte sich beispielsweise Schily, den Fall Rushdie im Bundestag zur Sprache zu bringen).
Verblüffend, zumindest für denjenigen, der Illusionen bezüglich einer freien Presse hegte, war das, was anschließend in der Sendung ›Aspekte‹ des bei der Diskussion anwesenden ZDF zu sehen war: Der wichtigste Redner fehlte. Die unbequemen Beiträge Priskils waren aus dem Filmstreifen herausgeschnitten.
Flugschrift Nr. 4
Peter Priskil
110 S., 2 Abb., 1 Faks., 3. erw. Aufl.
EUR 5,-
ISBN: 978-3-922774-28-0
(ISBN-10: 3-922774-28-8)
Erschienen 1989
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