27. - 30. März 2025 Leipziger Buchmesse
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9/11 Santiago – Flucht vor Pinochet

20:00 - 22:00 Uhr Do. 21. März
Veranstalter: Bundeszentrale für politische Bildung

Kurzbeschreibung

Filmpräsentation und Gespräch mit Zeitzeug/-innen

Beschreibung

Am 11. September 1973 griffen chilenische Militärs unter Führung von General Augusto Pinochet mit Bombern den Präsidentenpalast Moneda in Santiago de Chile an. Der 1970 frei und demokratisch gewählte Präsident Salvador Allende wendet sich per Rundfunkansprache noch einmal an sein Volk und nimmt sich anschließend das Leben. Eine Militärjunta unter der Führung Augusto Pinochets übernimmt nun die Macht und setzt die Verfassung außer Kraft. Der Versuch eines demokratischen Sozialismus, der weltweit Beachtung fand, wird blutig beendet. Mit dem Umsturz begann eine blutige Repression, die Tausende Demokraten das Leben kostete. Abertausende Menschen müssen, um ihr Leben zu retten, mit ihren Familien flüchten. In der DDR finden viele eine neue Heimat.

Im Film „9/11 Santiago – Flucht vor Pinochet“ erzählen erstmals Zeitzeug/-innen, die mit ihren Eltern Chile verlassen mussten, über Flucht und Exil. Viele von ihnen sind damals im Alter zwischen 4 und 9 Jahren, als sie in die Bundesrepublik oder in die DDR kommen. Sie erleben die Sehnsucht der Eltern nach baldiger Rückkehr, deren aufreibende Solidaritätsarbeit und müssen schon früh Aufgaben von Erwachsenen übernehmen. Doch die Pinochet-Diktatur dauert 17 Jahre. So wachsen sie in der deutschen Kultur auf und die deutsche Sprache wird zur Muttersprache. Nach dem Ende der Diktatur entscheidet sich ein Teil von ihnen, in Deutschland zu bleiben, ein anderer kehrt nach Chile zurück. Viele von ihnen leiden bis heute an posttraumatischen Störungen und kämpfen mit den beiden Seiten ihrer Identität: bin ich deutsch oder chilenisch? Dieser Film zeigt, was Flucht und Exil für die Psyche junger Menschen bedeutet. Darüber wird in unserer Gesellschaft kaum gesprochen.

Vermittelt werden ebenso die Gefahren für die Demokratie anhand der persönlichen Geschichten von Geflüchteten sowie die Geschichte ihrer Integration in die DDR- und BRD-Gesellschaft. Darüber diskutieren wir mit folgenden Protagonistinnen und Protagonisten aus dem Film:

Claudia Gonzales, Leonor Quinteros Ochoa und Pavel Eichin

Moderation: Dr. René Wiese (Historiker)

Das Projekt wurde gemeinsam mit der Zeitzeugen TV Film- und Fernsehproduktion GmbH realisiert. Zeitgleich zur Premiere des Dokumentarfilms „9/11 Santiago – Flucht vor Pinochet“ erschien der gleichnamige Schriftenreihe-Band mit beiliegender DVD im Sortiment der bpb (Hrsg. Thomas Grimm): www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/539955/9-11-santiago-flucht-vor-pinochet/

Eintritt Bemerkung

Anmeldung unter: : bpb.de/546137

Moderation

Mitwirkende

Informationen zum Programm

Veranstaltungsort

Kinobar PRAGER FRÜHLING

Adresse Bernhard-Göring-Str. 152 04277 Leipzig
Kontakt Website: https://www.kinobar-leipzig.de

Aussteller