27. - 30. März 2025 Leipziger Buchmesse

Der Preis unserer Freiheit

13:00 - 14:00 Uhr So. 24. März
Veranstalter: Goethe-Institut Ukraine , Kultur- und Museumskomplex Mystetskyi Arsenal, Bundeszentrale für politische Bildung

Kurzbeschreibung

Gespräch mit Juri Andruchowytsch

Beschreibung

They belong to us, they are one of us and we want them in« – auf diesen Satz, der seinem Land die EU-Beitrittsperspektive in Aussicht stellte, hatte Juri Andruchowytsch jahrelang gewartet. Er fiel in Brüssel, drei Tage nach Russlands Invasion der Ukraine. »Tiefes Aufatmen – unter dem Heulen der Sirenen.« Sein fulminanter Essayband Das letzte Territorium (es 2446), heute ein Klassiker, war vor zwanzig Jahren der Auftakt einer Diskussion, die bis zum 23. Februar 2022 anhielt: Wohin will die ukrainische Gesellschaft? Wo ist der Platz ihres Landes in Europa? Als Rufer in der Wüste warnte Andruchowytsch zu allen sich bietenden Anlässen vor Russlands Großmachtambitionen. Als Sisyphos der europäischen Verständigung bat er darum, die Ukraine nicht aus dem Auge zu verlieren. Der Preis unserer Freiheit versammelt Texte, die zwischen 2014, dem Jahr des Euromaidan, und 2023 entstanden sind. Pflichtlektüre für alle, die verstehen wollen, wie es zu dem Unvorstellbaren kommen konnte.
Die Veranstaltung wurde durch die Förderung aus dem Sonderbudget Ukraine der Stadt Leipzig, der Förderung der Sächsischen Staatskanzlei und der Leipziger Buchmesse ermöglicht. Veranstaltung ist in deutscher Sprache


Mitbeteiligte
Juri Andruchowytsch geboren *1960 in Iwano-Frankiwsk, dem früheren galizischen Stanislau. Lebt dort. Prosaschriftsteller, Lyriker, Essayist, Übersetzer. Juri Andruchowytsch gilt als eine der wichtigsten kulturellen und intellektuellen Stimmen der Ukraine. Seine Werke werden international übersetzt und verlegt. Er studierte an der journalistischen Fakultät des Lemberger Polygraphischen Instituts. 1985 war er Mitbegründer der legendären Performance-Gruppe Bu-Ba-Bu. Seinen Durchbruch erlebte Andruchowytsch mit dem heute als Klassiker geltenden Essayband Das letzte Territorium (2003). Darin fragte er nach dem Platz der Ukraine in Europa und begründete die „Karpatologie“, eine ironisch-nostalgische Archäologie des versunkenen Kulturraums Mitteleuropa. Im Zeichen des Karnevals und der Arabeske stehen auch seine Romane Moscoviada (dt. 2006), Zwölf Ringe (dt. 2007), Geheimnis (dt. 2008), Perversion (dt. 2011) und Karpatenkarneval (dt. 2019). Im Jahr 2014 gab Juri Andruchowytsch die Anthologie Euromaidan. Was in der Ukraine auf dem Spiel steht heraus. Diesem folgt der Essayband Der Preis unserer Freiheit (November 2023) mit Texten, die er zwischen 2014 und 2023 für deutschsprachige Medien verfasste. Juri Andruchowytsch, der nicht nur regelmäßig Romane und andere literarische Texte veröffentlichte (zuletzt Radionacht, 2022), sondern auch als Musiker auftritt, wurde für sein schriftstellerisches und öffentliches Wirken mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen geehrt, darunter der Preis der Leipziger Buchmesse für Europäische Verständigung 2006, der Hannah-Arendt-Preis 2014, die Goethe-Medaille 2016 sowie der Heine-Preis der Stadt Düsseldorf 2022. Seit 2006 ist er Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt.

Mitwirkende

Informationen zum Programm

Veranstaltungsort

Café Europa  (Halle 4, Stand E401/E403)