27. - 30. März 2025 Leipziger Buchmesse
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Hölle und Paradies. Amsterdam, Querido und die deutsche Exilliteratur

Kabinettausstellung im Deutschen Buch- und Schriftmuseum

23.03.2024 | Ganztägig Sa. 23. März
Veranstalter: Deutsche Nationalbibliothek

Kurzbeschreibung

Hölle und Paradies erzählt vom deutschen Exil-Verlag Querido und den Menschen, die diesen prägten.

Beschreibung

Als Emanuel Querido 1915 in Amsterdam einen Verlag für deutschsprachige Literatur gründet, ahnt er nicht, dass sein Haus knapp 20 Jahre später zur Heimat jüdischer Autor*innen werden wird, die vor den Nationalsozialisten aus Deutschland fliehen. „Amsterdam: was für eine schöne, unverwechselbare Stadt! Sie wurde zur Zuflucht, sie lässt uns arbeiten“, so schwärmte Klaus Mann von einer seiner ersten Stationen im Exil. Und Amsterdam war nicht nur temporärer Wohnort, sondern verhieß schon bald auch eine ganz andere Art von Heimat: Zwischen 1933 und 1950 veröffentlichte der Querido­Verlag über 100 Bücher von Schriftsteller*innen, die vor den Nationalsozialisten aus Deutschland ­fliehen mussten, darunter Joseph Roth, Irmgard Keun und Lion Feuchtwanger.

Über Europa verstreut, finden die deutschen Schriftsteller in Amsterdam eine geistige Heimat, die ihnen oft genug auch die pure Existenz sichert. Initiiert wurde der Querido Verlag zunächst von Emanuel Querido. Gemeinsam mit Verleger Fritz Landshoff gründet er einen deutschen Ableger seines Verlages. So sind ab April 1933 zwei Verlage untergebracht, ein niederländischer und ein deutscher, und Amsterdam wird geistiger Zufluchtsort. Das letzte Buch des Exilverlags – eine Anthologie zum Gedenken an Klaus Mann – erscheint 1950. 2014 wird der Grundstein für eine Neugründung des legendären niederländischen Verlagshauses Querido gelegt.

Unter dem „Hölle und Paradies“ erzählt die Ausstellung vom deutschen Querido Verlag und den Menschen, die diesen prägten. Sowohl die beiden Verleger als auch die wichtigsten Autor*innen werden mit ihren Texten und Lebensgeschichten mit Bezug auf ihr Exil in den Niederlanden porträtiert, darunter Klaus Mann, Anna Seghers, Irmgard Keun, Vicki Baum, Lion Feuchtwanger und Joseph Roth. Für sie alle sind Querido und Amsterdam beides: ein Paradies, in dem die Exilschriftsteller*innen zumindest vorübergehend vor Verfolgung sicher und ihre Bücher in guten Händen sind. Aber auch eine Hölle, weil das Gefühl der Ausweglosigkeit ihr Leben beherrscht. Eine Ambivalenz, der die Ausstellung nachspürt.

Die Ausstellung wird kuratiert von der Autorin und Journalistin Bettina Baltschev. Eröffnet wird sie im Rahmen der Leipziger Buchmesse 2024 mit dem diesjährigen Gastlandauftritt der Niederlande und Flandern.

www.dnb.de/querido

Eintritt Bemerkung

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 – 18 Uhr, Donnerstag 10 – 20 Uhr, feiertags 10 – 18 Uhr
Eröffnung: vorauss. Samstag, 23. März 2024, 11 Uhr
Eintritt: kostenfrei

Informationen zum Programm

Veranstaltungsort

Deutsche Nationalbibliothek

Adresse Deutscher Platz 1 04103 Leipzig
Kontakt Website: http://www.dnb.de

Unterprogrammpunkte

11:00 - 12:00 Uhr SA. 23. MÄRZ
Hölle und Paradies. Amsterdam, Querido und die deutsche Exilliteratur

Ausstellungseröffnung mit einer besonderen Würdigung des Schriftstellers Joseph Roth.

Ausstellungseröffnung mit einer besonderen Würdigung des Schriftstellers Joseph Roth.

Veranstalter:
Niederlande & Flandern
Deutsche Nationalbibliothek - Dauerausstellung im Deutschen Buch- und Schriftenmuseum