27. - 30. März 2025 Leipziger Buchmesse

Die Wetterseite der Bäume

19:30 - 21:15 Uhr Sa. 23. März
Veranstalter: Rellin Schreibwerkstatt Verlag

Kurzbeschreibung

Kriegskind Kolja – ein Junge und Heranwachsender durchlebt das Trauma Krieg und Vertreibung

Beschreibung

»Der Krieg ist ausgebrochen! Der Krieg ist ausgebrochen!« Er war so aufgewühlt, dass er nicht wusste, wo der Krieg war, wer ihn begonnen hatte und gegen wen er sich richtete. Kolja ist elf und wächst in der Vielvölkerwelt eines abgelegenen Landstrichs in der Ukraine auf, in Wolhynien. Bei eisigen Temperaturen erlebt Kolja in einem überfüllten Umsiedlerzug die Reise in ein unbekanntes Universum. Das neue Leben im Reichsgau Wartheland scheint die Versprechungen der NS-Propaganda einzulösen. Unerwartet stirbt Koljas geliebte Mutter. Wie ein Schlafwandler taumelt Kolja mit seiner Schulklasse in die Scheinwelt der „Helden” des nationalsozialistischen Systems. Der Horror des Krieges führt den Kindersoldaten ins Inferno der letzten Kriegswochen in Berlin. Währenddessen flieht Koljas Familie im eisigen Winter 1945 mit Pferdegespannen vor der herannahenden Sowjetarmee von Ostpolen nach Süddeutschland. Die Gewissheiten brechen, für alle zählt nur noch: am Leben bleiben.
Kriegsenkel – sie sind zahlreich in der Generation von Autor Peter Arndt. Bis ins hohe Alter hatte seinem Vater Nikolaus, dem Kriegskind, der Verlust seiner Heimat Wolhynien zugesetzt, die Umsiedlung in deutsch annektiertes polnisches Gebiet zu Beginn des Zweiten Weltkriegs, dazu kam der plötzliche Tod seiner Mutter. Dass sich Nikolaus als Heranwachsender schwärmerisch von den Trugbildern der nationalsozialistischen Ideologie hat einfangen lassen, dafür schämte er sich. Die Todesängste, die er in den letzten Kriegstagen durchstand, suchten ihn im Alter leidvoll heim.

Peter Arndt reiste seit den 80er Jahren mit seinem Vater in die Orte dessen Lebens und die Schrecken der Erzählungen des Vaters erfassten den Sohn in sonderbarer Weise. Er begann, die Ängste des Vaters und dessen niederschmetternde Erfahrungen als Phantomschmerzen in sich zu spüren. Als Nikolaus Arndt gestorben war, begann Sohn Peter zu schreiben. Dass es zu einem Krieg zwischen Russland und der unabhängig gewordenen Ukraine kommen würde, mochte der Vater befürchtet haben. Doch als der furchtbare Krieg tatsächlich Realität wurde, trieb das Peter Arndt an, die Geschichte seines Vaters zu Ende zu erzählen, um Leserinnen und Leser in diese gar nicht so ferne Region und in ihre geschichtlichen Verstrickungen mitzunehmen.

Ein Wort der Verlegerin Martina Rellin (Ex-Chefredakteurin der Zeitschrift Das Magazin, Autorin von Spiegel-Bestsellern wie Klar bin ich eine Ost-Frau!): »Wie oft habe ich schon in Runden mit Menschen meines Alters gesessen und wir sprachen darüber, was wir über die Erfahrungen, Ängste und Nöte unserer Eltern – der Generation der Kriegs-Kinder –, alles nicht wissen. Ich bin Peter dankbar dafür, dass den bleiernen Vorhang vor einer in vielen Familien verborgenen Welt auch für uns andere ein wenig hebt.”
Der Autor:
„Die Wetterseite der Bäume“ ist die erste Roman-Veröffentlichung von Peter Arndt. 1957 in Franken geboren und mütterlicherseits mit fränkischer Familie aufgewachsen, war Peter Arndt schon lange dieses Wissenwollen um das Leben seines Vaters: Wie wurde aus dem schüchternen Kind der Hitlerjunge, wie aus dem Flakhelfer der Architekt, Historiker und Familienvater und der mit dem Bundesverdienstkreuz und der Ehrenurkunde der Ukraine zur Völkerverständigung ausgezeichnete Pazifist?
Richtig Zeit zum Schreiben, Malen und Kurzfilme Machen fand Peter Arndt erst als Pensionär nach seinem Studium der Soziologie und einem erfüllenden jahrzehntelangen Broterwerb als IT-Leiter in einem Industriebetrieb.

Eintritt Bemerkung

Anmeldung wäre schön, nicht erforderlich: info@martinarellin.de

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Mitwirkende

Informationen zum Programm

Veranstaltungsort

Haus Steinstraße e.V.

Adresse Steinstraße 18 04275 Leipzig
Kontakt Website: https://www.haus-steinstrasse.de

Aussteller