27. - 30. März 2025 Leipziger Buchmesse
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Verleger Sebastian Guggolz im Gespräch über seine Neuentdeckung „Gebranntes Kind“ von Stig Dagerman

11:30 - 12:00 Uhr So. 24. März
Veranstalter: Schwedische Botschaft , Guggolz Verlag

Kurzbeschreibung

Eine intensive psychologische Innenschau, die einem beim Lesen den Atem verschlägt.

Beschreibung

Bengt, ein junger Mann aus dem Arbeiterviertel Stockholms, der gerade an der Schwelle zum Erwachsenwerden steht, gerät durch den unerwarteten Tod seiner Mutter aus dem Gleichgewicht. Sein Vater Knut hat eine neue Frau kennengelernt, Gun, die im Stadtteilkino Eintrittskarten verkauft. Bengt weigert sich jedoch zu akzeptieren, dass sein Vater eine neue Person in ihren geschützten Alltag einlässt, dass das Leben auch ohne seine Mutter weitergeht. Mit lodernder Eifersucht steigert er sich in die radikale Verurteilung seines Vaters und in die fieberhafte Ablehnung der neuen Frau hinein – und immer deutlicher wird, wie stark er selbst sich zu ihr hingezogen fühlt.

In einer intensiven psychologischen Innenschau, die Bengts adoleszente Abgründe sichtbar macht und einem beim Lesen den Atem verschlägt, lässt Stig Dagerman uns teilhaben an den Obsessionen seines Helden, an dessen Verweigerung und unbändiger Wut auf die ganze Welt. Der Feinsinn, mit dem Dagerman seine Figur bis in die verstecktesten Winkel ausleuchtet, zeigt sich auch in der Sprache, die vibriert vor Spannung, schillert zwischen niederdrückender Dunkelheit und hell aufleuchtender Sehnsucht nach Befreiung, zwischen sanftem, fast weinerlichem Selbstmitleid und zerstörerischer, rücksichtsloser Brutalität. Paul Berf navigiert uns Lesende mit seiner beeindruckend standfesten Übersetzung durch die inneren Erschütterungen und Kämpfe des Protagonisten Bengt – Stig Dagerman hat eine unvergessliche, aufwühlende Figur geschaffen, die im Roman keine Versöhnung erfährt und auch nach beendeter Lektüre noch lange keine Ruhe gibt. In deutscher Sprache erschienen beim Guggolz Verlag in einer Übersetzung von Paul Berf.

Stig Dagerman, geboren 1923 in Älvkarleby (Schweden), arbeitete nach seinem Abitur als Journalist und debütierte 1945 mit dem Roman „Die Schlange“. Die darauffolgenden Jahre waren geprägt von exzessiven Schreibphasen und einem kometenhaften Aufstieg, aber auch von Schreibblockaden, schweren Depressionen und existenziellen Krisen. Mit gerade 31 Jahren nahm er sich 1954 das Leben.

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Veranstaltungsort

Nordisches Forum  (Halle 4, Stand C304)

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