27. - 30. März 2025 Leipziger Buchmesse

Zweierlei Zugehörigkeit

Der jüdische Kommunist Leo Zuckermann und der Holocaust

18:00 - 19:30 Uhr Do. 21. März
Veranstalter: Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow , Brill Deutschland GmbH – Vandenhoeck & Ruprecht

Kurzbeschreibung

Kommunist, Anwalt des jüdischen Volkes, SED-Funktionär: Die politischen Konversionen Leo Zuckermanns

Beschreibung

Im Reichstagsbrandprozess, der von September bis Dezember 1933 im Gebäude des heutigen Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig verhandelt wurde, wirkte der Staatsrechtler Leo Zuckermann (1908‒1985) als Rechtsberater im Verteidigungskomiteefür den Angeklagten Georgi Dimitroff. Der Historiker Philipp Graf hat dem jüdischen Juristen und hochrangigen SED-Funktionär nun eine Monografie gewidmet, in der er den politischen Konversionen dieser schillernden Figur nachgeht. War Zuckermann der Öffentlichkeitbislang vorrangig als Mitglied der sogenannten Merker-Gruppe im mexikanischen Exil bzw. wegen seiner aufsehenerregenden Flucht aus der DDR im Dezember 1952 bekannt, zeichnet die Studie das Bild eines Juristen, der angesichts der Nachrichten vom Holocaust einefür Kommunisten bemerkenswerte Wandlung vollzog: Zwischen Zweitem Weltkrieg und Beginn des Ost-West-Konflikts setzte sich Zuckermann für die Rechte der Juden als Kollektiv ein, befürwortete die Gründung eines jüdischen Staates in Palästina wie auch die Restitutiondes von den Nazis geraubten Vermögens. Am historischen Ort diskutiert der Historiker Lutz Fiedler (Potsdam) mit dem Autor Philipp Graf (Leipzig) über Zuckermanns Wirken in der DDR, die Gründe für dessen politische Konversionen und deren Bedeutung für die Wahrnehmungdes Holocaust durch die deutschsprachige Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung.

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Mitwirkende

Informationen zum Programm

Veranstaltungsort

Bundesverwaltungsgericht

Adresse Simsonplatz 1 04107 Leipzig