27. - 30. März 2025 Leipziger Buchmesse
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Seiltänzer zwischen den Kulturen

Újvidék – Novi Sad – Neusatz

10:30 - 11:30 Uhr Do. 21. März
Veranstalter: Petöfi Agency Nonprofit Ltd. , Collegium Hungaricum Berlin, TRADUKI, Wieser Verlag GmbH

Kurzbeschreibung

László Végel im Gespräch mit Mirko Schwanitz

Beschreibung

Der Ungar László Végel hat sein ganzes Leben als Angehöriger der ungarischen Minderheit in der Vojvodina (heute Serbien) verbracht. In seiner Trilogie erzählt er in zugewandtem, aber zugleich spöttischem Ton über seine Heimatstadt Újvidék/Novi Sad/Neusatz.

Dabei richtet er den Blick regelmäßig auf die „kleinen Leute“, die inmitten aller politischen Umbrüche versuchen, ihren Alltag zu meistern. Ob es fiktive Figuren wie der serbische Fiaker Lazo Pavletić aus Neoplanta oder Johann Schlemihl/János Slemil/Jovan Šlemil aus Balkanschönheit sind oder der Verfasser im dritten, „autobiographischen Roman“, sie alle leben im Újvidék des 20. Jahrhunderts auf der ständigen Suche nach ihrer Identität und ihrer Heimat. Anders als die Politiker, die ihnen je nach politischer Lage unterschiedliche Identitäten aufzwingen wollen, haben sie nicht die Möglichkeit, ihren Wohnort abhängig von der politischen Macht zu wechseln. Welche Zugeständnisse sie dabei eingehen und wie sie versuchen, sich wieder von ihnen zu lösen, wie Identitäten erschaffen werden und wie schwer es ist, sich in all den Geschichten zu orientieren, liest man in Végels Romanen.

„Ich wurde zum Seiltänzer, der über einen Abgrund zwischen zwei Ufern balanciert, ich stehe am einen Ufer als bekannter Fremder, von dem jeder weiß, dass er von dem anderen Ufer gekommen ist, und will mich gerade zum anderen Ufer zurückwenden, wo ich ebenfalls ein bekannter Fremder bin.“ – so László Végel im dritten Teil seiner Trilogie.

Das Gespräch wird von Christina Kunze, der Übersetzerin der Trilogie, gedolmetscht.

László Végel: Geboren 1941 in Srbobran, Studium in Novi Sad sowie in Belgrad, arbeitete als Journalist, Autor von Drehbüchern, Bühnenstücken, Essays und Romanen. In seinen Werken beschäftigt er sich unter vielerlei Aspekten mit seiner Heimatstadt Újvidék. Auf Deutsch liegen vor: Exterritórium (Exterritorium), Egy makró emlékiratai (Bekenntnisse eines Zuhälters), Bűnhődés (Sühne), Neoplanta, avagy az Ígéret Földje (Neoplanta oder das gelobte Land), Balkáni szépség, avagy Slemil fattyúja (Balkanschönheit oder Schlemihls Bastard).

Christina Kunze: Geboren in Berlin, studierte Hungarologie und Klassische Philologie, übersetzt seit 1996 aus dem Ungarischen, Autoren unter anderem: Sándor Márai, Kriszta Bódis, Sándor Zsigmond Papp, Edina Szvoren.

Eine Veranstaltung der Petőfi Cultural Agency in Zusammenarbeit mit dem Collegium Hungaricum Berlin, TRADUKI und dem Wieser Verlag.

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Veranstaltungsort

Forum Weltweit  (Halle 4, Stand E305)

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