27. - 30. März 2025 Leipziger Buchmesse

Die Schwelle des Glücks – Franz Kafka und Dora Diamant

Lesung und Gespräch mit dem Kafka-Biografen Reiner Stach

17:00 - 18:00 Uhr Sa. 23. März
Veranstalter: Deutsches Kulturforum östliches Europa e.V. , CzechLit, Adalbert Stifter Verein

Kurzbeschreibung

Mit Dora Diamant traf Franz Kafka seine „letzte Liebe“. Doch wie erging es ihr nach seinem Tod?

Beschreibung

Im Juli 1923 reist Franz Kafka in das Ostseebad Müritz, um sich an der guten Luft zu erholen. Er leidet an Tuberkulose, hat seit Monaten fortwährendes Fieber. In unmittelbarer Nachbarschaft seiner Unterkunft liegt die Ferienkolonie des Berliner Jüdischen Volksheims. Kafka hat Freude am Kontakt mit den ostjüdischen Kindern, die dort betreut werden: „Wenn ich unter ihnen bin, bin ich nicht glücklich, aber vor der Schwelle des Glücks“, schreibt er an seinen Freund Hugo Bergmann.
In der Ferienkolonie arbeitet Dora Diamant (jiddisch: Dymant), die einige Jahre zuvor aus Schlesien nach Berlin gekommen ist. Als sie sich kennenlernen, ist er fasziniert – auch von ihrer Suche nach einer jüdischen Identität jenseits des ultraorthodoxen Chassidismus, der ihre Jugend geprägt hat und Frauen so viele Verbote auferlegt. „Als ich Kafka das erstemal sah, nahm ich sofort wahr, dass sein Bild meiner Idee und Vorstellung vom Menschen entsprach“, wird sich Dora Diamant später erinnern. Diese Begegnung soll sein Leben verändern: Endlich gelingt es ihm, sich von Prag loszureißen. Er folgt Dora in das inflationsgeschüttelte Berlin. Als sich sein Gesundheitszustand verschlechtert, ist sie bis zuletzt an seiner Seite.
Wir nehmen das Kafka-Gedenkjahr 2024 zum Anlass, an diese berührende Liebesgeschichte zu erinnern. Zunächst wird der renommierte Kafka-Biograf Reiner Stach ausgewählte Passagen aus "Kafka. Die Jahre der Erkenntnis" lesen, dem dritten Band seiner monumentalen, mehrfach preisgekrönten und in zahlreiche Sprachen übersetzten Kafka-Biografie.
Im anschließenden Gespräch mit Vera Schneider vom Deutschen Kulturforum östliches Europa soll es auch darum gehen, warum Dora Diamant weit mehr war als „Kafkas letzte Liebe“. Denn in ihrem Schicksal spiegeln sich die Verwerfungen des 20. Jahrhunderts: Als Schauspielerin setzte sie sich für die Pflege der bedrohten jiddischen Sprache ein, als Kommunistin und Jüdin geriet sie ins Fadenkreuz der Nationalsozialisten, suchte Schutz in der Sowjetunion und musste von dort vor den stalinistischen „Säuberungen“ ins westliche Ausland fliehen. Dabei soll Dora Diamant auch selbst zu Wort kommen: Vera Schneider wird aus ihren Aufzeichnungen lesen, die in Kathi Diamants Biografie "Dora Diamant. Kafkas letzte Liebe" erstmals publiziert wurden.

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Mitwirkende

Informationen zum Programm

Veranstaltungsort

Café Europa  (Halle 4, Stand E401/E403)

Aussteller

Leipziger Buchmesse
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