27. - 30. März 2025 Leipziger Buchmesse
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Zwei Heimaten

15:30 - 16:00 Uhr Fr. 22. März
Veranstalter: Spurbuchverlag GmbH & Co. KG

Kurzbeschreibung

„Zwei Heimaten“ – ein autobiographischer Essay über das Leben zwischen zwei Kulturen

Beschreibung

Was macht es aus, Deutsche und Französin oder genauer Bretonin zu sein, hineingewachsen
in zwei Kulturen? Das bedeutet, man pendelt. So beginnt die Erzählerin mit einer
Beschreibung dieser Grundbefindlichkeit, die einerseits ein reisendes Hin und Her zwischen
zwei Ländern ist, andererseits ein sprachliches, gedankliches und emotionales Pendeln. So
schildert sie etwas, das sie von frühester Kindheit an kennt: den steten Wechsel von
Abschiednehmen und Vorfreude auf das Ankommen. Daran schließen sich Anekdoten dazu,
was alles auf den Pendelreisen passieren kann - von Erfreulichem, wir kulinarisch
bereichernden Restaurantpausen, bis hin zu Schwierigem, wie Pannen oder gar Unfällen.
Gerade bei Restaurantbesuchen vermögen Reisende mit zwei kulturellen Hintergründen den
Einheimischen Rätsel aufzugeben, wechseln sie einfach mal so von ihrer einen in die andere
Sprache. Wie die anderen einen sehen, beziehungsweise wie sie einen hören, welche Rolle
gerade die Sprache spielt, wenn andere Menschen einen ,,klar einordnen" wollen, das ist ein
letzter Aspekt des bislang einführenden Essays, der nun auf die wesentliche Frage kommt:
Wie sieht, wie fühlt man sich selbst?
Das ist eine Frage der Wurzeln, so die Antwort und der Leitfaden - liegen diese auch
tausendzweihundert Kilometer auseinander. Dennoch ist die Prägung durch die Familie, oder
genauer, die beiden Familienzweige entscheidend. Ausgehend von Kindheits- und
Jungenderinnerungen der Erzählerin werden die bretonische Urgroßmutter 11Meme", 11Oma
und Opa" in Deutschland und schließlich .Marnie und Papy", die französischen Großeltern,
wechselweise portraitiert. Dabei werden einerseits die emotionalen Bindungen und darüber
die prägenden Einflüsse dieser Menschen auf das deutsch-französische Kind nachgezeichnet;
andererseits verdeutlichen die Lebensbilder, wie unterschiedlich die 11Welten" sind, für die die
Familienmitglieder stehen: Merne, die kleine bretonische Bäuerin in ihrer Tracht, die
Französisch erst über das Fernsehen lernte; Oma und Opa, die nach 1945 abenteuerlich von
Berlin nach Mittelhessen flohen; Mamie und Papy, mit ihrer noch bis vor dreißig Jahren das
Bild ihrer bretonischen Kleinstadt mitprägenden Boucherie. Den lesenden selbst wird es dabei
eröffnet, Vergleiche zu ziehen über Leitthemen wie die Bedeutung des Bewirtens und des
gemeinsamen Essens oder das Ritual, alte Familienfotos zu betrachten und darüber in das
Erzählen, beziehungsweise Zuhören zu kommen.
Und das ist es eben: Die Geschichten der deutschen und der französischen Großeltern - und
darüber noch die Spuren, welche diese Geschichten in der Erzählerin selbst ließen - ließen
sich nicht ganz verstehen, ohne deren ältere Vorgeschichten mitzuenthüllen. So werden zwei
besondere Urgroßväter vorgestellt, ein Deutscher und ein Bretone; jeder auf seiner Seite, und
unter den Bedingungen der eigenen Welt, erarbeitete sich und der von ihm gegründeten
Familie einen sozialen Aufstieg - dem eine familiäre Katastrophe folgte. Aber gerade daraus
entstand, auch das wieder auf beiden Seiten, ein widerständiges Familienbewusstsein und
Selbstbewusstsein dieser einst in ihrer Existenz bedrohten, aber darüber nicht zerstörten
Familien.

Moderation

Mitwirkende

Informationen zum Programm

Veranstaltungsort

Forum Literatur Halle 4  (Halle 4, Stand B401)

Aussteller