27. - 30. März 2025 Leipziger Buchmesse
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Ottilie von Goethe

Zeugnisse eines Lebens

14:00 - 14:30 Uhr So. 24. März
Veranstalter: Verlag Sol et Chant Inh. Jan Groh

Kurzbeschreibung

Erstmals schildern Zeugnisse von und über Ottilie das gesamte Leben von »Goethes Schwiegertochter«. Mit biografischen Einleitungen von Ulrich Janetzki.

Beschreibung

Ulrich Janetzki führt in das Leben Ottilie von Goethes ein, die Goethes einzigen Sohn August heiratete, von dem Dichter als "Gleiche" behandelt wurde, aber an einer Gesellschaft scheiterte, die Frauen solche Rechte nicht zubilligte.

Ottilie von Goethe (1796-1872) wurde in den 150 Jahren seit ihrem Tod durch die Bezeichnung »Goethes Schwiegertochter« eher diffamiert, denn gewürdigt. Viel zu sehr fokussierten sich Forschung und Öffentlichkeit auf ihr Leben als Goethes »Vorzimmerdame«, als dass eine auch nur halbwegs angemessene Darstellung dieser unkonventionellen und selbstbewussten Frau möglich gewesen wäre. Darstellungen ihres Lebens brachen mit Goethes Tod mehr oder weniger abrupt ab, als hätten die weiteren 40 Jahre ihres Lebens keinen Belang oder wären sie nur ein Ausklingen der Zeit an der Seite des »Olympiers« gewesen.

Dieses Buch gibt der »ganzen Ottilie« Raum. Hier spricht sie selbst, eingebettet in das Sittengemälde und den illustren – und illustrierten – Chor ihrer Zeit. Zu entdecken ist eine reflektierte, kluge, selbstbestimmte, einfühlsame und spontane Frau, deren Kreativität auch ihren Zeitgenoss:innen Wege zu ungekannter Freiheit eröffnete.

Zu begegnen ist Ottilie von Goethe, der Literaturvermittlerin, der Herausgeberin, der Technik-affinen wie der politischen Gestalt, der Freundin, der Mutter, der Liebenden, der Reisenden, der Dichtenden und auch der an ihrer Zeit Verzweifelnden. Zu erkennen ist eine moderne Frau, deren Schicksal es war, im falschen Jahrhundert zu leben.

Vieles an Ottilie ist noch zu entdecken, fast alles Bekannte zu relativieren. Ottilie, die aus uraltem Adel stammt, wächst in Weimar bei ihrer Mutter und Großmutter auf, die beide als Hofdamen des Herzoglichen Hofs ihren Lebensunterhalt bestreiten. Als junges Mädchen verfällt Ottilie, wie so viele ihrer Zeit, Goethes übermächtigem Einfluss, der in absolutistischer Zeit Freiheit und Selbstbestimmung praktiziert – und diese auch Ottilie zugesteht.
In der Ehe mit Goethes viel konventionellerem Sohn findet Ottilie jedoch nie Erfüllung. Ihre Sehnsucht nach Liebe bleibt vor den erbarmungslosen gesellschaftlichen Regeln des 19. Jhdt.s chancenlos, so sehr der »Vater« Goethe sie in ihrem Drang auch unterstützt und ermuntert.

Wenige Jahre nach Goethes Tod 1832 verlässt Ottilie Weimar. Teils auf der Flucht vor der Enge der Tradition, teils selbstbestimmt ausbrechend sucht sie in neuen Kreisen nach einem erfüllteren Leben. In ihrer Epoche bleibt Ottilie als Frau jedoch von nahezu jedem gesellschaftlichen Wirken ausgeschlossen.

Ottilie fördert und vermittelt Literatur, wo immer sie ihr begegnet. Nachdem Sie bereits in Weimar eine literarische Schlüsselstellung eingenommen hatte, verkehren in ihrem Wiener Salon bald die Autoren des »Jungen Deutschland«, die maßgeblich auf die Revolution von 1848 einwirken. Als 1849 Goethes 100. Geburtstag jedoch zu einer öffentlichen Ausstellung von dessen – d.h. Ottilies – Familie zu verkommen droht, verweigert sie sich und entzieht sich mit ihren Kindern den Festlichkeiten.

Dieses Buch dokumentiert und würdigt erstmals gleichberechtigt alle Phasen des Lebens von Ottilie von Goethe. In den Zeugnissen ihrer selbst wie ihrer Zeitgenossen zeigt sich dabei, dass die Flamme der Selbstbestimmung, die in Ottilie brannte, auch nach 150 Jahren und auch in moderneren Zeiten nichts von ihrer Strahlkraft eingebüßt hat.

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Forum Sachbuch Halle 5  (Halle 5, Stand A100)

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