Leipzig liest extra - Details zur Veranstaltung

Lesung und Gespräch

Safe meets Krähenbühl

Veranstalter: Safe - Straßensozialarbeit für Erwachsene , Suchtzentrum Leipzig

Kurzbeschreibung

MIt Spezialist*innen und dem Autor Tobias Krähenbühl wird es eine Lesung zum Buch „Terr-apie“ geben.

Beschreibung

Für jeden Süchtigen ist eine Drogentherapie ein schrecklicher Gedanke. Er muss sich dort mit dem, was er während der Sucht erlebt, anderen zugefügt und verdrängt hat, auseinandersetzen. Tobi ist da etwas anders. Erst Anfang zwanzig ist er mit harten Drogen in Kontakt gekommen. Ihm wurde seine Sucht schnell bewusst und er kommt ohne diese Ängste in der Therapie an. Er muss feststellen, dass auch er einiges an Ballast mit sich herumschleppt. Durch seine Unerfahrenheit mit dem gängigen Therapiegebaren tritt er von Anfang an in so gut wie jedes Fettnäpfchen. Wir erleben Tobi in seiner Sucht, dem Entzug und den ersten Wochen in der Therapie. Es handelt sich um dramatische Geschichten mit einer gehörigen Prise Galgenhumor sowie schönen Erlebnissen: ehrlich, ungeschönt und ganz ohne Selbstmitleid. Es beschreibt nicht das Leben in der Sucht. Es ist eine Geschichte über Sucht aus der Sicht eines Süchtigen auf sich selbst und andere Süchtige, die alle der Sucht zu entsagen suchen. Es handelt davon, wie man von Drogensucht wegkommt. Es ist KEINE Geschichte, die das Leben in der Sucht zeigt. Davon gibt es bei weitem schon genug in Buchform, Film und Musik. Der weltweite Konsum von Drogen nimmt in beängstigendem Ausmaß zu. In den letzten 10 Jahren wuchs der weltweite Konsum um ganze 30%, das ist eine nicht fassbar große Zahl.[1] Ich habe drei zentrale Anliegen mit meinen Büchern. Erstens möchte ich das Tabu durchbrechen. Wir als Gesellschaft müssen offen und ohne Vorurteil über das Thema Drogen und Sucht diskutieren lernen. Dazu gehört einzugestehen, dass zu jeder Zeit in unserer Menschheits-geschichte Drogen konsumiert werden. Wir müssen einen Weg finden, dass weniger in Tragödien enden. Wir werden nie in der Lage sein allen zu helfen, aber mehr als jetzt muss möglich sein. Mein zweites Anliegen betrifft die Angehörigen von Süchtigen. Sie stehen alleine da. Meist distanzieren sich Freunde, denn es muss ja eine Mitschuld an der Sucht geben. Die offiziellen Stellen sind auch nicht wirklich eine Hilfe. Ich möchte den Familien die Werkzeuge und die Einsicht geben, damit sie ihren Geliebten am besten helfen können. Denn kein Süchtiger, wie sehr er auch das Gegenteil beteuert, will süchtig sein. Außerdem brauchen die Angehörigen Hilfe, damit sie nicht auch noch an der Sucht des geliebten zerbrechen. „Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen, … aber heute ist das letzte Mal, dass ich Heroin nehme!“ Eine Passage aus Tobias Krähenbühls Tagebuch. Wenn er auf seine bisherige Geschichte zurückblickt, überkommt ihn ein mulmiges Gefühl. Zum einen, weil alles so katastrophal war und zum anderen, weil es noch viel schlimmer hätte sein können. Er war heroinabhängig. Ein Junkie. Heute ist er Buchautor und Privatlehrer. Sein Buch „Terr-apie“ erzählt seinen Weg aus den Drogen. Viel wichtiger als seine Drogenvergangenheit ist ihm, der Weg heraus zu erzählen. Junkie incognito Tobias Krähenbühl ist 1973 geboren. Er sei ein sonderbarer Junge gewesen. „Ich wurde viel gehänselt, doch liess ich mich davon nie unterkriegen“, erzählt er bei einem Kaffee in seiner Wohnung in Buchs. Seine Wohnung ist gross. Wände sieht man kaum. Fast alle davon sind von unzähligen Bücherreihen verdeckt. „Ich bin leicht bibliophil“, scherzt er. Auf einem Regal steht eine farbige Bong - eine Art Wasserpfeife. Benutzen tut er sie nicht. „Das bringt mir nichts“, meint er. Er absolvierte die Kanti. Dananch arbeitete er als Cutter, Kameramann, Produzent und in anderen Medienberufen. 1994 kon

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