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Präsentation

Spielen im Staatssozialismus. Zwischen Sozialdisziplinierung und Vergnügen

Veranstalter: Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO)

Kurzbeschreibung

Welche Spiele spielte man im Sozialismus? Was war erwünscht, was verboten, was gab es zu gewinnen?

Beschreibung

In Millionen Wohn- und Jugendzimmern, in Kasernen, Klassenzimmern und Kneipen spielten Menschen während des Staatssozialismus: Gelände-, Karten-, Brett- und ab den 1980er-Jahren auch Computerspiele. Doch aus Sicht der Staatsmacht in den unterschiedlichen Ländern sollte das Spielen nicht zweckfrei sein, sondern im Dienst des utopischen Großprojektes stehen: Es galt, »neue Menschen« zu erziehen und die Überlegenheit des Kommunismus im Wettstreit der Systeme zu demonstrieren. In der 2021 erschienenen, neuen Ausgabe des Jahrbuchs für Historische Kommunismusforschung werden Spiele als Sonden zur Untersuchung der staatssozialistischen Gesellschaften herangezogen. Die Gastherausgeberinnen und Autorinnen des Bandes, Maren Röger, Juliane Brauer und Sabine Stach, sprechen mit Ulrich Mählert (Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur) über das Spielen im Spannungsfeld von politischer Steuerung, Mangelwirtschaft und vergnüglichem Kräftemessen. Sie erzählen über die Entstehung des Buchs und geben einen Einblick in ihre eigene Forschung zu Pionierspielen, Brettspielen und dem Skatspiel. Entlang dieser und anderer Beiträge des Bandes deuten sie das Spielen als Instrument der »Erziehungsdiktatur« ebenso wie als Möglichkeit, im kreativen »Probehandeln« Grenzen auszuhandeln und zu überschreiten.

Moderation:

Mitwirkende/Autoren: