Leipzig liest extra - Details zur Veranstaltung

Gespräch

Leipziger Büchermenschen stellen sich vor

Veranstalter: Text & Konzept Karen Arnold

Kurzbeschreibung

Ferdinand Saalbach "Steine im Rucksack" – ein Mann mit Mut erzählt aus seinem Leben.

Beschreibung

Depression – eine Krankheit, die schwer zu erklären und noch schwerer zu verstehen ist und die sich immer weiter ausbreitet. Oft wissen Menschen gar nicht, dass sie erkrankt sind. Denn Menschen mit Depressionen machen ihr eigenes Leid oft kleiner als es ist. Weil sie keinen Vergleich damit haben, wie sich Normalität anfühlt. Ein besonders krasses Beispiel dafür ist Ferdinand Saalbach. Bis er Mitte 30 war, sah bei ihm äußerlich alles super aus: er erklomm die Karriereleiter, machte eine Weltreise, hatte schnelle Autos und ein gutes Gehalt und bemerkte gar nicht, dass irgendetwas nicht stimmte. Als er zum dritten Mal in Folge aus einer Anstellung gekündigt wurde, brach er zusammen und ging in Therapie. Erst dort wurde ihm bewusst, dass sein Leben auf der Überholspur darin begründet lag, dass er die ganze Zeit vor etwas wegrannte: nämlich vor den Schrecken seiner Kindheit, die er immer für normal gehalten hatte, die er aber langsam mit den Worten Verwahrlosung, Misshandlung und sexuellem Missbrauch in Verbindung bringen musste. Ferdinand Saalbach erzählt in seinem Buch „Steine im Rucksack“ von seiner Geschichte. Er erzählt davon, wie er lange Jahre nichts außer einem seltsamen Schleier über all seinen Erlebnissen bemerkte. Er erzählt, wie er sich seinen vermeintlichen Fehlern widmete und an sich arbeitete. Und er erzählt vom Zusammenbruch, von der Konfrontation mit seinen Eltern, davon, wie er bis heute gegen seine Eltern ankämpfen musste, um sich von ihnen letztendlich zu befreien und wie er heute lernt, sein Leben selbst zu gestalten und dabei eine nie geahnte Freiheit und Lebenslust verspürt. Die Reise von Ferdinand Saalbach – mit Steinen im Rucksack durch die Welt Vor einem Jahr hat Ferdinand Saalbach sein Erstlingswerk „Steine im Rucksack“ bei „Leipzig liest!“ vorgestellt. Ein Jahr später ist viel passiert: Saalbach hat die Corona-Krise genutzt und aus seinem Buch ein Hörbuch gemacht, das er selbst eingesprochen hat. Untermalt werden die einzelnen Kapitel von 18 Musikstücken, die Saalbach selbst eingespielt und gesungen hat und die die ohnehin sehr berührende und intime Reise durch die Aufarbeitung einer traumatischen Kindheit noch intensiver gestalten. Aus dem Hörbuch spielt er einige Eindrücke, lässt sein Publikum in die Musik eintauchen und erzählt vom Entstehungsprozess. Außerdem gibt er einen Ausblick darauf, was von ihm in nächster Zeit zu erwarten ist. Saalbach schreibt aktuell über seine Weltreise und seine Erlebnisse in Nordkorea.

Moderation:

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