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    Nachricht vom 18.02.16 | Leipziger Buchmesse / Lesefest Leipzig liest

    Leipzig liest und debattiert zu Zuwanderung und Integration

    Literaten und Sachbuchautoren setzen sich mit dem Thema Flucht auseinander – Konzepte und Materialien für den Unterricht

    Vom Flüchten und Ankommen erzählen zahlreiche Autoren in diesem Frühjahr. Neben dem Programmschwerpunkt „Europa 21. Denk-Raum für die Gesellschaft von morgen“ laden Verlage, politische Institutionen und Medienhäuser in rund 60 Lesungen und Diskussionen das Publikum ein, mitzulesen und zu diskutieren. Zu den mit Spannung erwarteten Neuerscheinungen der kommenden Leipziger Buchmesse gehören literarische Aufarbeitungen eigener Erfahrungen ebenso wie wissenschaftliche und journalistische Beschreibungen von Fluchtursachen und Integrationsmöglichkeiten. Das detaillierte Programm ist ab sofort unter www.leipziger-buchmesse.de/Leipzigliest verfügbar.

    „Das Thema Flucht und Fluchtursachen, Willkommenskultur und Fremdenangst bewegt alle Teile der Gesellschaft“, erklärt Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse. „Wir freuen uns daher sehr, dass so viele Aussteller und Mitwirkende über unseren Programmschwerpunkt ‚Europa21’ hinaus Leipzig liest nutzen, um mit ihren Veranstaltungen einen Beitrag zur aktuellen Debatte zu leisten.“

    Flucht und Migration im Spiegel der Literatur

    Was haben Abbas Khider, Shida Bazyar, Pierre Jarawan, Luna Al-Mousli und Mehrnousch Zaeri-Esfahani gemeinsam? Sie alle haben zumindest in ihren Köpfen zwei Heimaten. Abbas Khider, in Bagdad geboren, gilt längst als einer der interessantesten deutschsprachigen Gegenwartsautoren. In jedem seiner Bücher spielt seine alte Heimat Irak eine Rolle. Im aktuellen Buch „Ohrfeige“ erzählt er die Geschichte einer Flucht nach Deutschland und stellt dabei die Frage, was es für einen Menschen bedeutet, wenn er weder in der Heimat noch in der Fremde leben darf. Abbas Khider präsentiert sein jüngstes Werk mehrfach im Programm von Leipzig liest.

    Shida Bazyar wurde in Deutschland als Kind iranischer Eltern geboren. In ihrem Debütroman „Nachts ist es leise in Teheran“ schildert sie die Flucht einer jungen Familie vor der Iranischen Revolution und das schwierige Ankommen im Deutschland der 80er Jahre. Geboren in Jordanien hat Pierre Jarawan, der in Deutschland aufgewachsen ist, als Slam Poet und Bühnen Literat bereits Karriere gemacht. Der Protagonist seines Romans „Am Ende bleiben die Zedern“ reist auf der Suche nach den eigenen Wurzeln in den Libanon. In Österreich geboren und in Syrien sowie Österreich aufgewachsen erzählt Luna Al-Mousli in ihrem Buch „Eine Träne. Ein Lächeln - Geschichten über Damaskus“. Gemeinsam sind die drei Schriftsteller am 17. März, 20.00 Uhr, in der Veranstaltung „Literarische Stimmen“ der Leipziger Buchmesse und der beteiligten Verlage in der Alten Nikolaischule zu erleben.

    Um ein Kind auf der Flucht dreht sich Michael Köhlmeiers Roman „Das Mädchen mit dem Fingerhut“. Der 1949 in Hard am Bodensee geborene Autor erzählt von der Kraft des Überlebens eines Kindes, das nicht weiß, woher es kommt, warum es hier ist und wie es heißt. Michael Köhlmeier steht vom 17. bis 20. März mehrfach auf den Leipzig liest-Bühnen.

    Kurz nach der Leipziger Buchmesse wird die Anthologie „Wie wir leben wollen“ mit Texten zahlreicher junger deutschsprachiger Autoren für Solidarität und Freiheit erscheinen. Am Abend des 19. März stellen Inger-Maria Mahlke, Senthuran Varatharajah, Heinz Helle und Heike Geisler vorab ausgewählte Beiträge der Anthologie in der Alten Nikolaischule vor.

    Flüchtlinge in Wort und Schrift

    Die Geschichten rund um das Aufbrechen und Ankommen sind ungemein vielfältig. Die Möglichkeiten für Flüchtende ihre eigenen Erfahrungen zu Papier und vor allem zu Gehör zu bringen, sind hingegen gering. Die Gesellschaft für bedrohte Völker sucht am Nachmittag des 20. März Partner, die den Flüchtenden helfen, ihre Kriegs- und Fluchterfahrungen literarisch zu verarbeiten.

    Literatur trifft Politik

    Ist eine „Europäische Verständigung durch grenzüberschreitende Literatur“ möglich? Diese Frage stellt am 19. März Moderator Hans Monath dem Leiter der Abteilung Kultur und Kommunikation des Auswärtigen Amts, Andreas Görgen, sowie den Autoren Esther Kinsky und Feridun Zaimoglu.

    „Flucht. Angst. Integration. Stößt Europa an seine Grenzen?“ – unter dieser Überschrift debattiert René Aguigah zur Blauen Stunde auf dem Blauen Sofa von Bertelsmann, Deutschlandradio Kultur und ZDF am 18. März mit diesen Gästen aus Literatur, Wissenschaft und Politik: Leon de Winter („Das gute Herz“), Heinz Bude („Das Gefühl der Welt“) und Ulrike Guérot („Warum Europa eine Republik werden muss“).

    Alle Welt schaut auf die Konflikte im Nahen und Mittleren Osten sowie in Nordafrika. In den vergangenen Jahren suchten auch Flüchtlinge aus dem Balkan in Deutschland Schutz. In der Anlage II des deutschen Asylgesetzes (AsylG) werden inzwischen Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien als sichere Herkunftsländer gelistet. Was bedeutet das für den Balkan? Dieser Frage geht die Diskussionsrunde der Südosteuropa-Gesellschaft, von ABDOS und Traduki nach. „Enttäuschung Europa“ heißt die Runde am 17. März mit Tanja Šljivar (Bosnien und Herzegowina), Adelheid Wölfi (Bosnien und Herzegowina) und Dane Taleski (Mazedonien).

    Europäische Politiker im Gespräch

    Das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig hebt den Blick über den deutschen Tellerrand und lädt am 19. März zum 23. Leipziger Europaforum ein. Das Thema des Forums lautet: „Schaffen wir das, Europa? Die EU und die Flüchtlingsfrage“. Es debattieren: Philippe Gustin (Präfekt und ehemaliger Botschafter Frankreichs in Rumänien), Rebecca Harms (MdEP, Vorsitzende der Fraktion Die Grünen/Europäische Freie Allianz), Elisabeth Kotthaus (Stellvertretende Leiterin der politischen Abteilung, Vertretung der EU-Kommission in Deutschland), Zdzisław Krasnodębski (MdEP, Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer) und Ali Moradi (Geschäftsführer des Sächsischen Flüchtlingsrats e. V., angefragt).

    Wer flüchtet und warum?

    Und was hat das mit uns zu tun? Viel! Das betonen zumindest einige der in Leipzig vortragenden Sachbuchautoren. Die Politikerin der Partei Die Linke Katja Kipping beschreibt in ihrem aktuellen Buch „Wer flüchtet schon freiwillig?“ die Verantwortung des Westens für Flucht und Flüchtende. Unter anderem beteiligt sie sich an der Diskussionsrunde „Fluchtursachen und ihre Folgen“ der Leipziger Buchmesse und der beteiligten Verlage am 18. März im Neuen Rathaus. Außerdem mit dabei sind die Sachbuchautoren Ute Schaeffer („Einfach nur weg“), Fridolin Schley („Die Ungesichter“) und Stefan Luft („Die Flüchtlingskrise“).

    Die Fluchtgründe und -ziele können vielfältig sein. Der Professor für Traumatologie und Psychiatrie Jan Ilhan Kizilhan greift in seinem Buch „Shirin – Ich bleibe eine Tochter des Lichts“ einen Fluchtgrund heraus: Er zeigt am Beispiel einer jungen Frau, was die Gefangenschaft durch IS-Terroristen für eine junge Frau bedeuten und wie stark die Folgen solcher Erlebnisse auch nach einer gelungene Flucht sind. Der MDR bittet Jan Ilhan Kizilhan in der Alten Handelsbörse am 18. März zum Gespräch.

    Ein weiterer Grund die Heimat zu verlassen, ist die „falsche“ Religionszugehörigkeit: Nach Angaben des evangelischen Hilfswerks „Open Doors“ gelten derzeit mehr als 100 Millionen Christen als verfolgt. Andrea Wegner beleuchtet in ihrem Buch „Die Situation der Flüchtlinge und verfolgten Christen im Irak“. Am 19. März stellt sie es in Leipzig vor.

    Religion und Politik – Freunde, Feinde, Abhängige oder Fremde?

    Welche Rolle spielt Religion in unserer Gesellschaft? Wie stark beeinflusst sie unser politisches Denken und Handeln? Sollte Religion überhaupt Einfluss auf die Politik oder die Politik auf Religionsgemeinschaften haben? Antworten darauf versuchen die Teilnehmer der Diskussionsrunde „Kurzschluss! Religion und Politik“ der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung am 17. März zu finden.

    Integration, aber wie?

    Diese Frage stellen sich Politik und Zivilgesellschaft seit Jahrzehnten. Eine Antwort, auf die sich alle Parteien einigen könnten, gibt es bisher nicht. Den Versuch, sich einer mehrheitsfähigen Antwort zu nähern, unternimmt die Leipziger Buchmesse am 19. März. Unter der Überschrift „Integration, aber wie?“ melden sich diese Sachbuchautoren zu Wort: Christian Jakob („Die Bleibenden. Wie Flüchtlinge Deutschland seit 20 Jahren verändern“), Constantin Schreiber („Wie tickt Deutschland! - Marhaba Flüchtling“) und Düzen Tekkal („Deutschland ist bedroht“). Zu Gast ist zudem Sonja Brogiato vom Flüchtlingsrat Leipzig.

    Eher augenzwinkernd greift der Schriftsteller Selim Özdogan in seinem Buch „Wieso Heimat, ich wohne zur Miete“ das Thema Migration und Integration auf. Er gewährt am 17. März Einblicke in das Leben zwischen zwei Kulturen.

    Zuwanderung als Chance? Diese These ist derzeit stark umstritten. Marcel Fratzscher legt am 18. März mit seinem Buch „Verteilungskampf. Warum Deutschland immer ungleicher wird“ ein Plädoyer für diese These und gegen eine Spaltung der deutschen Gesellschaft vor. TV-Moderator Constantin Schreiber erweitert die Debatte zur Integration in Deutschland, um den Blickwinkel der Flüchtenden. „So tickt Deutschland! Wie Flüchtlinge wirklich bei uns ankommen“ lautet sein Werk, das er am 17. März im ARD-Forum vorstellt.

    Seit dem Beginn der Pegida-Demonstrationen in Dresden wurde viel über den Islam in Deutschland geschrieben und gesprochen. Die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung will die Diskussion um einige landesbezogene Fakten bereichern. Sie lädt am 18. März zur Präsentation des Buches „Muslime in Sachsen. Geschichte-Fakten-Lebenswelten“ ein.

    Wie fühlt sich Fremdenhass an? Diese Frage hat sich die afrodeutsche TV-Moderatorin Mo Asumang gestellt. In einem Experiment hat sie bewusst den Kontakt mit Neonazis, einem rechten Star-Anwalt und sogar Anhängern des Ku-Klux-Klan gesucht. Ihre Erfahrungen präsentiert sie in ihrem Buch „Mo und die Arier“ auf dem Blauen Sofa am 19. März.

    Faktor Bildung

    Bildung gilt als der Schlüssel zur Integration. Doch 16 Bundesländer bedeuten 16 Bildungskonzepte. Das Sächsische Bildungsinstitut präsentiert unter der Überschrift „Bildung als Schlüssel zur erfolgreichen Integration von Migranten – Chancen und Herausforderungen“ am 19. März die Eckpunkte seiner Konzeption. Eine „Erste Hilfe Deutsch-Seminar für Ehrenamtliche“ verspricht der Hueber Verlag am 18. März für ehrenamtliche Deutschlehrer von Flüchtlingen und Asylsuchenden mit wenig bis keiner Erfahrung.

    Geradezu ketzerisch klingen die Fragen des Goethe-Instituts am 19. März: „Flüchtlinge: Lesen – als Schritt zur Integration? Machen Bücher die neue Lebenswelt in Deutschland für Flüchtlinge wirklich begreifbarer?“. Antworten darauf geben Britta Schmedemann (Stadtbibliothek Bremen), Günter Reichert (Ehemaliger Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung) und Karin Plötz (Direktorin LitCam) im gemeinsamen Gespräch.

    Längst ist die Leipziger Buchmesse mit ihrem umfangreichen Programm für Lehrer und Schüler eine der bedeutendsten Bildungsmessen Deutschlands. Zahlreiche Verlage nutzen daher auch das begleitende europäische Lesefestival Leipzig liest, um neue Unterrichtsmaterialien oder -techniken zu zeigen. Unter anderem informiert der Mildenberger Verlag über „Deutsch als Zweitsprache“ und der Kontakte Musikverlag präsentiert Lieder und Ideen für eine freundliche Willkommenskultur in KiTas und Grundschulen.

    Zur Herzensbildung trägt das Kinderbuch „Bestimmt wird alles gut“ von Autorin Kirsten Boie und Illustrator Jan Birck bei. Auf Deutsch und Arabisch erzählen die beiden Künstler die Geschichte von dem Mädchen Rahaf aus Syrien, ihrer dramatischen Flucht und von ihrer Freundschaft mit Emma, die sie in der Grundschule in Deutschland kennenlernt.

    Anmerkung für die Redaktionen

    Das vollständige Programm des Programmschwerpunktes „Europa21. Denk-Raum für die Gesellschaft von morgen.“ finden Sie unter http://www.leipziger-buchmesse.de/Themen/Europa21/. Alle Veranstaltungen rund um die Themen Zuwanderung und Integration zur Leipziger Buchmesse können Sie unter www.leipziger-buchmesse.de/Leipzigliest einsehen.

    Über die Leipziger Buchmesse

    Die Leipziger Buchmesse ist der wichtigste Frühjahrstreff der Buch- und Medienbranche und versteht sich als Messe für Leser, Autoren und Verlage. Sie präsentiert die Neuerscheinungen des Frühjahrs, aktuelle Themen und Trends und zeigt neben junger deutschsprachiger Literatur auch Neues aus Mittel- und Osteuropa. Durch die einzigartige Verbindung von Messe und „Leipzig liest“ – dem größten europäischen Lesefest – hat sich die Buchmesse zu einem Publikumsmagneten entwickelt. Die Leipziger Buchmesse 2016 mit dem Lesefest Leipzig liest findet vom 17. bis 20. März auf dem Leipziger Messegelände sowie im gesamten Stadtgebiet statt. Es werden rund 2.000 Aussteller, über 250.000 Besucher und mehr als 2.500 Journalisten erwartet. Im Verbund mit der Leipziger Buchmesse öffnet die Manga-Comic-Con (MCC) in Halle 1. Parallel dazu findet die 22. Leipziger Antiquariatsmesse statt.


    Ansprechpartner für die Presse

    PR / Pressesprecher
    Frau Julia Lücke
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    E-Mail: j.luecke@leipziger-messe.de


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